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Milliardenorder Boeing gewinnt US-Tankerauftrag

[07:40, 25.02.11]


Der US-Flugzeugbauer hat den europäischen Konkurrenten  EADS bei der Vergabe des milliardenschweren Großauftrags geschlagen.  Boeing erhält den Zuschlag für das rund 35 Mrd. Dollar schwere Geschäft über die Lieferung von 179 Lufttankern.


EADS
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 Boeing gewinnt im dritten Anlauf doch noch den Milliardenauftrag für US-Tankflugzeuge gegen Airbus. Die US-Luftwaffe gab am Donnerstag bekannt, dass der US-Konzern "der klare Gewinner" der Ausschreibung für 179 Flugzeuge für grob 35 Mrd. Dollar ist. Zunächst erhält  Boeing einen Auftrag zur Lieferung von 18 Flugzeugen im Wert von über 3,5 Mrd. Dollar bis 2017.

Der unterlegene Airbus-Mutterkonzern  EADS hat die Möglichkeit, gegen die Entscheidung Protest einzulegen, sagten Pentagon-Vertreter in Washington. Die EADS-US-Tochter reagierte in einer ersten Stellungnahme enttäuscht und besorgt.  EADS ließ offen, ob tatsächlich Protest eingelegt wird. Die Bewertung der Entscheidung werde etwas Zeit in Anspruch nehmen.

Für den Rüstungsexperten Winslow Wheeler vom Center for Defense Information in Washington ist die Entscheidung noch nicht endgültig. "Wir sehen den vierten Akt in einem fortwährenden Drama", sagte Wheeler, der viele Jahre den US-Senat in Sicherheitsfragen beraten hat. Klare Entschlüsse seien in diesem Fall ja bereits in der Vergangenheit wieder umgeworfen worden. "Man muss nun abwarten, was die Politiker aus Alabama dem entgegenzusetzen haben", sagte Wheeler. Airbus wollte im Falle eines Zuschlags für den Tankerauftrag in dem Bundesstaat eine Flugzeuendmontage aufbauen.

Für EADS-Airbus ist der Sieg von  Boeing eine schwere Niederlage im Bemühen, im lukrativen US-Rüstungsmarkt in großem Stil Fuß zu fassen. Vor drei Jahren entschied sich die US-Luftwaffen in einer offenen Ausschreibung noch zu Gunsten von Airbus - jetzt kommt die Kehrtwende.

Boeing hatte offen gesagt, dass es sich um eine Frage der nationalen Sicherheit handelt, ob die künftigen US-Betankungsflugzeuge von einem europäischen Hersteller stammen. 2001 sollte  Boeing bereits ohne jede Ausschreibung den Tankerauftrag erhalten. Nach Korruptionsvorwürfen gegen  Boeing und eine Pentagonangestellte wurde der Auftrag dann doch nicht erteilt. Es folgte ein offener transatlantischer Wettbewerb, aus dem zunächst Airbus als Sieger hervorging.

Nach Protesten des 2008 unterlegenen Boeing-Konzerns wurde die Ausschreibung im vergangenen Jahr dann neu gestartet. In einem reinen Wettbewerb über ein Festpeisangebot mussten dabei 372 Ausschreibungskriterien erfüllt werden.

Airbus-Chef Thomas Enders hatte angekündigt, im Falle des Zuschlags in Mobile im US-Bundesstaat Alabama eine Airbus-Endmontage zu bauen. Es wäre die erste Airbusmontage in den USA, dem Heimatland des Erzrivalen  Boeing gewesen. In dem US-Airbus-Werk sollten dann auch zivile A330-Frachtflugzeuge gefertigt werden.

Die jetzt verkündete Entscheidung im so genannten KC-X-Wettbewerb ist der insgesamt dritte Versuch in rund zehn Jahren. Insgesamt muss die Air Force 534 Tanker und Frachtmaschinen vom Typ KC-135 ersetzen, die noch Präsident Dwight D. Eisenhower in den 50er-Jahren angeschafft hatte. Die von Skandalen und heftigem Lobbyeinsatz begleitete Ausschreibung gilt als Jahrhundertauftrag. Das Gesamtvolumen für den Ersatz aller Flugzeuge kann sich in weiteren Bieterrunden auf über 100 Mrd. Dollar erhöhen.

Der Auftrag ist für  Boeing nicht ohne Risiko, weil es sich um ein Festpreisangebot handelt. EADS/Airbus musste bei seinem Angebot das Wechselkursrisiko zwischen Euro und Dollar einplanen, weil bei Airbus ein großer Teil der Kosten in Euro anfällt, der Aufrag aber in Dollar abgerechnet wird.

Sowohl  Boeing als auch EADS-Airbus hatten noch im Februar letzte Preissenkungen an ihren Angeboten vorgenommen. Pikant ist, dass Airbus 2008 noch die Ausschreibung gewann, obwohl die Europäer nur der Juniorpartner bei der Bewerbung war, die vom US-Rüstungskonzern Northrop Grumman geleitet wurde. Northrop Grumman sah aber keine Chance, bei einer nochmaligen Bewerbung und stieg aus. Daraufhin lud das Pentagon die EADS-US-Tochter ein, sich direkt zu bewerben. Dafür wurden eigens die Bewerbungsfirst verlängert. Im Kern nutzte das Pentagon das EADS-Airbus-Angebot, um dem Boeing-Preis zu drücken.


Kursinformationen + Charts

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EADS NL0000235190.F 28,01 + 1,17 %  Detailinformationen
Boeing Co US0970231058.N 54,96 + 1,01 %  Detailinformationen

 

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