Novartis stellt sich auf härtere Zeiten ein. "Im vierten Quartal erlebten wir einige Enttäuschungen", sagte Konzernchef Joseph Jimenez am Mittwoch bei der Vorstellung des Jahresabschlusses. So erwies sich der in der Entwicklung steckende Blutdrucksenker Tekturna als Fehlschlag, für den der Konzern 900 Mio. Dollar abschreiben musste. Und für den Novartis-Kassenschlager Diovan, den Tekturna eigentlich ersetzen sollte, laufen die Patente aus. Allein das dürfte den Konzern nach eigenen Schätzungen in diesem Jahr 1,5 Mrd. Dollar Umsatz kosten.
In dieser Lage will der Konzern erneut den Rotstift ansetzen. Ziel sei es, die Kosten im laufenden Jahr um 1,5 Mrd. bis 2,5 Mrd. zu senken, erklärte Jimenez. 2011 hatte
Novartis bereits 2,6 Mrd. Dollar eingespart. Einen über die bereits vorliegenden Pläne hinausgehenden Stellenabbau soll es aber nicht geben, wenn sich die Wirtschaftslage nicht verschlechtert. Im Oktober hatte der Konzern bereits Stellenstreichungen angekündigt, zuletzt 2000 Arbeitsplätze, die in den USA wegfallen sollen.
Den Umsatz steigerte
Novartis im letzten Jahr um 16 Prozent auf 58,57 Mrd. Dollar. Aber der Reingewinn sank um sieben Prozent auf 9,25 Mrd. Dollar. Vor allem im vierten Quartal bekam
Novartis Gegenwind zu spüren. Bei vier Prozent mehr Umsatz brach der Gewinn um 47 Prozent auf 1,21 Mrd. Dollar ein. Immerhin stieg der für Analysten wichtige Gewinn pro Aktie um acht Prozent. Die Aktionäre können sich über eine um zwei Prozent auf 2,25 Franken erhöhte Dividende freuen. Es ist die 15. Erhöhung in Folge.
Im laufenden Jahr will
Novartis den Umsatz mit in den letzten fünf Jahren neu eingeführten Produkten auf Vorjahresniveau halten. Die größte Sparte Pharma solle im Branchenvergleich am oberen Ende des Wachstumsbandes liegen, sagte Konzernchef Jimenez in einer Telefonkonferenz. Doch der Gewinn dürfte damit nicht Schritt halten. "Die operative Kerngewinnmarge des Konzerns dürfte bei konstanten Wechselkursen geringfügig unter dem Niveau des Jahres 2011 liegen", erklärte
Novartis mit Blick auf die Ertragslage.
"Man hat den Eindruck,
Novartis kommt nicht so recht vom Fleck", kommentierte ein Aktienhändler die Aussagen. Neue Produkte könnten den Margenrückgang aufgrund von Patentverlusten offenbar nicht ganz ausgleichen, fügte ein Analyst hinzu. An der Börse überwog auch die Enttäuschung über sinkende Margen bei gleichem Umsatz. Die Aktie verlor an der Börse im Frühgeschäft 2,5 Prozent.
Novartis war der erste europäische Pharmakonzern, der sein Jahresergebnis vorlegte. Der US-Rivale
Johnson & Johnson hatte diese Woche gewarnt, das Ergebnis für 2012 würde schwächer als erwartet ausfallen.
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