Es gibt viel Arbeit, unter dem Strich bleibt aber wenig Profit hängen. Das soll sich ändern. EADS-Chef Gallois gelobt Besserung. Doch der schwache Dollar könnte die Pläne durchkreuzen.
Der Auftragsboom im Flugzeuggeschäft beflügelt den europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzern
EADS. Angesichts stabiler Einnahmen und voller Orderbücher erwarte das Management fürs kommende Jahr einen signifikanten Anstieg des Betriebsgewinns, teilten die Flugzeugbauer am Freitag in Paris mit.
Bei der EADS-Tochter Airbus kommt man mit dem Zählen der Flugzeugaufträge inzwischen kaum noch nach. "Der Auftragseingang stieg um 89 Prozent auf 58,1 Mrd. Euro", betonte am Freitag ein spürbar stolzer EADS-Chef Louis Gallois bei der Vorlage der Geschäftszahlen für das erste Halbjahr.
Getrieben vom Zivilgeschäft kletterte der EADS-Umsatz in den ersten sechs Monaten des Jahres um acht Prozent auf 21,9 Mrd. Euro, der Auftragsbestand auf beachtliche 453 Mrd. Euro. Die Aktie des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns kletterte gegen einen negativen Börsentrend bis Mittag um 0,7 Prozent.
Dennoch plagen den Konzern Sorgen: Vor allem bedingt durch Wechselkursschwankungen stand unterm Strich nur noch ein Überschuss von 109 Mio. Euro - das sind 41 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Hinzu kommt, dass die unerwartet große Auftragslawine vor allem für den neuen verbrauchsarmen A320-Mittelstreckenjet (A320Neo) auch neue Sorgen mit sich bringt. Der Nachfrageboom nach dem erst Ende 2010 ins Programm genommenen Sparflieger überstieg alle Erwartungen. Das schürt Ängste vor Lieferengpässen.
"Nicht die maximale Kapazität unserer Fertigungswerke ist unsere Hauptsorge, sondern die unserer Zulieferer", brachte es Gallois auf den Punkt. Er erwartet für das Gesamtjahr Auslieferungen von bis zu 530 Flugzeugen.
Viele Zulieferer - wie etwa Triebwerkhersteller CFM - beliefern in der Tat auch den Airbus-Rivalen
Boeing, der nun ebenfalls die Produktion ankurbeln will. Die Fertigung der 737 etwa will der US-Konzern von 31,5 auf 42 Maschinen pro Monat hochfahren, um die Auftragsberge der vergangenen Monate und Jahre abzutragen.
Airbus hat auf die rasant wachsende Nachfrage nach den in Hamburg zusammengebauten Mittelstreckenjets schon mit dem Bau neuer Produktionslinien reagiert. Ab Herbst 2012 sollen monatlich 42 Maschinen der A320-Familie die Werkshallen verlassen. Derzeit werden je Monat 36 Maschinen fertig. Der Bau neuer Montagewerke sei zumindest zur Zeit kein Thema, sagte Gallois.
Der von ihm geleitete europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern geht fürs Gesamtjahr von einem Umsatz über dem Vorjahreswert aus und rechnet bei der Tochter Airbus mit mehr als 1000 Brutto-Bestellungen. Bei einem Euro-Wechselkurs von 1,35 Dollar geht
EADS davon aus, dass der Gewinn je Aktie 2011 das Vorjahresniveau von 0,68 Euro übersteigt. Er dürfte dagegen darunter liegen, sollte der Kurs bei 1,45 Dollar liegen.
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