Nokia und
Intel kommen bei ihrem Bemühen überraschend schnell voran, das gemeinsam entwickelte kostenlose Betriebssystem Meego zur Konkurrenz für Apple auszubauen. Nach FTD-Informationen wird schon kommende Woche auf der Berliner Funkausstellung der erste Tablet-PC auf Meego-Basis vorgestellt. Es handelt sich um das WeTab des gleichnamigen Berliner Herstellers, der Apples iPad Konkurrenz machen soll. Von Mitte September an wollen der Webhändler
Amazon und die Metro-Tochter Media Markt das Gerät ausliefern. Zudem sollen auf der Berliner Messe auch erstmals Settop-Boxen für Fernseher auf Meego-Basis zu sehen sein, hieß es in Entwicklerkreisen. Bei WeTab wollte man dies nicht kommentieren. Aus dem Umfeld des Unternehmens hieß es aber, dass „Meego eine tolle Plattform“ sei und stabil laufe.
Die Präsentation marktgängiger Geräte auf Meego-Basis wäre ein strategisch wichtiger Erfolg für
Nokia und
Intel. Beide Konzerne setzen alles daran, ihr Betriebssystem zu einem ebenbürtigen Gegenspieler der Apple-Plattform zu entwickeln. Apple hat mit seinen Computern, dem iPhone und iPad, den hauseigenen Betriebssystemen Mac OS und iOS sowie dem Onlineladen iTunes ein geschlossenes Ökosystem aufgebaut, über das Daten, Anwendungssoftware, Musik und Filme nahtlos gekauft, verschoben und ausgetauscht werden können. Trotz Anstrengungen anderer Computer- und Handyhersteller sowie von Google existiert bislang kein vergleichbares System.
Der Vorsprung Apples bereitet vor allem
Nokia Schwierigkeiten. Die Marktanteile der Finnen bei lukrativen Oberklassetelefonen, den computerähnlichen Smartphones, schmelzen ab, seit Apple 2007 das iPhone herausgebracht hat. Der weltgrößte Handyhersteller hat zu lange auf die angejahrte Software Symbian gesetzt, die sich schlecht auf Telefone mit berührungsempfindlichen Bildschirmen abstimmen lässt. Zudem fehlt
Nokia ein überzeugendes Onlineangebot. Während iPhone-Kunden längst milliardenfach Musikstücke sowie Handysoftware aus Apples iTunes Store heruntergeladen haben, hinkt
Nokia mit seinem Ovi Store abgeschlagen hinterher. Auch die von Google vorangetriebene Software-Plattform Android etabliert sich zusehends auf mobilen Geräten.
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