Die deutschen Immobilienaktien sind in zwei Lager gespalten. Ein Teil notiert an der Börse mit einem geringen Abschlag zum Nettovermögenswert (NAV). Die anderen Werte werden deutlich unter dem gesamten Immobilienvermögen abzüglich der Verbindlichkeiten gehandelt. Das zeigt eine Studie des Analysehauses Investment Research in Change IC (IRICIC).
Allerdings können Anleger nicht automatisch darauf setzen, dass die Kurse der Aktien, die mit deutlichen Abschlägen notieren, steigen und die Differenz wettmachen werden. "Für den Discount kann es gute Gründe geben", so IRICIC-Geschäftsführer Dieter Thomaschowski. Angesichts der drohenden Rezession durch die Euro-Krise würden Börsianer bei Bürobestandshaltern vorsichtig agieren: "Investoren halten sich bei diesen Aktien zurück, weil sie steigende Leerstände und sinkende Mieterträge fürchten."
Deutlich zeigen das
DIC Asset und Prime Office, die mit Abschlägen von 59 und 57 Prozent auf den NAV notieren. Seit November gibt es von Analysten nur Kaufempfehlungen für die Werte. Die WestLB sieht das Kursziel bei
DIC Asset bei 11,50 Euro. Unicredit-Analyst Burkhard Sawazki nennt für Prime Office einen fairen Wert von 7,50 Euro. Treffen die Prognosen zu, ließen sich Gewinne von über 90 Prozent einstreichen. Allerdings gibt es gute Gründe für die Abschläge. Trotz Konjunkturerholung in den letzten beiden Jahren beträgt die Leerstandsquote im Gewerbeimmobilienportfolio von
DIC Asset über zwölf Prozent. "Bei Prime Office sind Börsianer skeptisch, weil 2013 in zwei der 14 Büroimmobilien die Mietverträge auslaufen", so Thomaschowski. Beide Aktien seien eine Wette aufs Vermietungsgeschäft: "Finden die Gesellschaften neue Mieter, werden die Kurse anziehen." Er geht davon aus, dass dies gelingt und empfiehlt beide zum Kauf.
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