Anstatt wie geplant durch ein Joint Venture zur Nummer eins mit über 5,5 Mrd. Dollar Umsatz aufzusteigen, betreiben der französische und der amerikanische Pharmakonzern ihre Sparten unabhängig voneinander weiter. Erst wurde der Deal vor einem Jahr beschlossen, dann kürzlich um sechs Monate verschoben. Nun ist er geplatzt.
Für
Sanofi-Aventis und
Merck ist dies ein Rückschlag, da sich beide von dem Zusammenschluss große Synergieeffekte versprochen hatten. Außerdem gehen nun auch Konkurrenten wie
Bayer, Boehringer-Ingelheim,
Novartis und Eli Lilly leer aus. Sie wollten eigentlich bei den erwarteten Teilverkäufen von Sanofi und
Merck zuschlagen, die aus kartellrechtlichen Gründen notwendig geworden wären. Pharmakonzerne haben sich weltweit auf die Veterinärmedizin gestürzt, weil sich damit Umsatzausfälle im klassischen Pharmageschäft ausgleichen lassen und die Gewinnspannen vergleichsweise hoch sind.
Da der Markt schon recht stark konzentriert ist, war im Vorfeld klar, dass Sanofi und
Merck Teile ihrer existierenden Sparten mit einem Umsatzwert von geschätzt 500 Mio. würden verkaufen müssen. Das Ringen mit den Kartellbehörden hat sich aber als zäher erwiesen als erwartet. Sanofi und
Merck begründeten ihren Ausstieg aus der Fusion mit der Art und Höhe der absehbaren Teilverkäufe. Außerdem seien die Verhandlungen mit den Kartellbehörden zunehmend langwierig und komplex geworden. „Ob sich die Synergien bei so einem immer kleineren Rumpfgeschäft noch eingestellt hätten, ist fraglich“, sagte Oliver Kämmerer, Analyst der WestLB. „Die Hoffnung war zuvor, dass die Desinvestitionen nicht so hoch ausfallen würden“, sagte er weiter. Zuletzt wurden die möglichen Umsatzverluste jedoch auf rund 1 Mrd. Dollar geschätzt.

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