Der Vorstandschef und Firmengründer des krisengeschüttelten Solarzellenherstellers Q-Cells, Anton Milner, ist von seinem Posten zurückgetreten. Milner werde mit sofortiger Wirkung aus dem Vorstand ausscheiden, teilte Q-Cells am Donnerstag im Anschluss an eine Aufsichtsratssitzung mit. Finanzvorstand Nedim Cen werde in Personalunion den Vorstandsvorsitz übernehmen. Er solle die Neuausrichtung von Q-Cells rasch umsetzen und das laufende Restrukturierungsprogramm abschließen.
Die Erfolgsgeschichte des Unternehmens sei eng verbunden mit der Person Anton Milner, betonte Aufsichtsratschef Marcel Brenninkmeijer. Um Q-Cells in einem überaus schwierigen Marktumfeld aber wieder auf einen nachhaltigen Erfolgskurs zu bringen, "muss das Unternehmen die konsequente Neuausrichtung intern wie extern vollziehen". Milner räumte zudem ein, wegen der dramatisch schlechten Zahlen habe Q-Cells das Vertrauen des Kapitalmarktes verloren.
Analysten hatten Milner in der Vergangenheit kritisiert, mit zunächst optimistischen und dann reduzierten Prognosen das Vertrauen der Anleger enttäuscht zu haben. Der einstige Börsenliebling hatte sich seit seiner Gründung 1999 innerhalb weniger Jahre zu einem der größten Solarzellenhersteller weltweit entwickelt. Der im ostdeutschen Bitterfeld-Thalheim ansässige Konzern wurde allerdings von der Wirtschaftskrise mit Wucht getroffen. Überkapazitäten und die immer härter werdende Konkurrenz aus Asien bescherten Q-Cells 2009 tiefrote Zahlen. Veraltete Produktionslinien wurden geschlossen und 500 Stellen
gestrichen.
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