Der Weltmarktführer in der Richtbohrtechnologie profitiert von einer Auftragsflut aus der Ölindustrie. Facharbeitermangel und der schwache Dollar bremsen jedoch die Geschäfte. Dennoch legen die Gewinne zweistellig zu.
Während sich die Ölpreise der 130-Dollar-Marke nähern und dies nicht nur Autofahrer empfindlich zu spüren bekommen, ist für den österreichischen Ölfeldausrüster Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment (SBO) die Welt in Ordnung. Das Unternehmen ist auf Bohrstangen für die Richtbohrtechnologie spezialisiert und mit einem Marktanteil von 60 Prozent Weltmarktführer. Mit den stetig steigenden Ölpreisen wachsen die Investitionen in die Ölfeldexploration. SBO kann sich vor Aufträgen kaum retten. Fieberhaft wird nach Facharbeitern gesucht. An allen Standorten werden die Kapazitäten ausgebaut, in Österreich wurde eine ganz neue Produktionshalle in Betrieb genommen.
Auch am Standort Houston/Texas startete SBO bereits mit dem Ausbau der Kapazitäten. Rund 50 Prozent der Produktion findet in den USA statt - die Investitionen in die Kapazitätsausweitung greifen mittlerweile. Die Lieferzeiten wurden verkürzt. Erstmals seit vielen Quartalen wurde der Auftragsstand abgebaut. Ende des ersten Quartals waren die Auftragsbücher mit 212 Millionen Euro gefüllt. Ein Jahr zuvor waren es 242 Millionen Euro.
Wer mit der Ölindustrie sein Geld verdient, leidet unter dem schwachen Dollar. SBO generiert 80 Prozent der Umsätze in der US-Währung. Obwohl der schwache Dollar bremst, hat SBO das erste Quartal mit deutlichen Wachstumsraten abgeschlossen. Der Konzernumsatz wuchs um 25 Prozent auf 88,6 Millionen Euro, das Vorsteuerergebnis legte um 27 Prozent auf 20,2 Millionen Euro zu. Die EBIT-Marge verbesserte sich damit von 22,5 auf 22,7 Prozent. Netto blieben im ersten Quartal 13,3 Millionen Euro - zur entsprechenden Vorjahresperiode ist das ein Plus von 14 Prozent.
Aufschwung intakt
Im Gesamtjahr rechnet SBO mit einem „erfreulichen Geschäftsverlauf“. Weil die Geschäfte in der Ölindustrie mitunter sehr volatil sind, gibt SBO wie immer keinen konkreten Ausblick für das laufenden Geschäftsjahr. Die langfristige Nachfrage nach Hightech-Komponenten für die Ölfeld-Industrie sei jedoch unverändert intakt. ”Wir sehen keine Anzeichen für einen Abschwung in unserem Geschäftsfeld“, sagte SBO-Chef Gerald Grohmann heute in einem Interview. Quer über den Globus werde derzeit viel nach Öl gebohrt. Einen kleinen Wermutstropfen gibt es dennoch - im vergangenen Quartal sei ein „etwas zögerlicher Ordereingang“ zu verzeichnen gewesen.
Wie beurteilen Sie die Aktie von SBO?
BÖRSE ONLINE empfiehlt die SBO-Aktie zum KAUF. Der Aufwärtstrend ist an den Rohölmärkten nach wie vor intakt. Die Erkundung immer unzugänglicherer Gegenden beginnt sich zu rechnen..Hier kommen zunehmend die Hightech-Bohrer von SBO zum Einsatz. Die Kapazitätsengpässe bekommen die Niederösterreicher in den Griff. Immer mehr Experten rechnen damit, dass der Dollar seine Tiefstände bereits hinter sich hat. Linderung schafft zudem der hohe Anteil der Produktion in den USA. Ein umfangreiches Aktienrückkaufprogramm, jede zehnte Aktie wird zurückgekauft, wird der SBO-Aktie zusätzliche Unterstützung geben.
Einschätzung: KAUFEN
Kurs am 20. Mai: 62,50 Euro
Stoppkurs: 49 Euro
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