Der deutsche Softwareentwickler verfehlt seine hochgesteckten Jahresziele. Umsatz und Gewinn stagnieren - das Papier des Unternehmens verliert im Handel zeitweise mehr als ein Viertel seines Wertes.
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Absatzsorgen in den USA
Bereits im zweiten Quartal 2011 hatte die
Software AG die Anleger mit unerwartet schwachen Zahlen verschreckt. Damals war vor allem der Lizenzvertrieb in Europa deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Nun ist das US-Geschäft das neue Sorgenkind des Vorstandes. Das vierte Quartal ist gewöhnlich in der Software-Industrie das umsatz- und gewinnträchtigste. Im Geschäftsbereich BPE musste der Konzern in den USA jedoch einen "signifikanten" Umsatzrückgang hinnehmen. Da half auch ein Anstieg der Lizenzumsätze im deutschsprachigen Raum und der Region EMEA von rund 40 Prozent nicht weiter, so dass die Gesamterlöse in dem Bereich auf Vorjahresniveau stagnierten.
Vorstandschef Karl-Heinz Streibich erklärte, die
Software AG habe als deutsches Unternehmen in den USA Nachteile bei der Auftragsvergabe der öffentlichen Hand. Dem wolle er nun mit der Gründung einer unabhängigen Unternehmenseinheit, die nach US-Recht aufgestellt ist, entgegensteuern. Zudem solle das Managementteam in den USA gestärkt und die Präsenz an der US-Westküste im Silicon Valley ausgebaut werden. Der Vorstand verspricht sich davon schon im laufenden Jahr positive Impulse.
Zu schaffen machte dem Darmstädter Konzern auch, dass im Geschäftsbereich ETS der saisonübliche Umsatzschub im letzten Jahresviertel ausblieb. Der Vorstand geht davon aus, dass die prognostizierte Konjunkturabschwächung dazu geführt hat, dass Kunden ihre Restbudgets anders als sonst nicht in Kapazitätserweiterungen investiert haben. Im vierten Quartal erzielte die
Software AG nach vorläufigen Zahlen insgesamt einen Umsatz von etwa 290 bis 295 Mio. Euro - ein währungsbereinigtes Minus von bis zu zehn Prozent binnen Jahresfrist. Der Lizenzumsatz liegt mit 90 bis 95 Mio. Euro sogar um bis zu 27 Prozent unter dem Vorjahreswert. Der Gewinn nach Steuern fiel auf 45 bis 50 (Vorjahreszeitraum: 64,7) Mio. Euro. Die vollständigen Geschäftszahlen sollen am 24. Januar veröffentlicht werden.
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