Wer Perlen finden will, muss vorher tauchen. Das ist im wahren Leben so, und das ist an der
Börse im Grunde nicht anders. Auf der Suche nach interessanten Aktien sollten sich Anleger zunächst gut informieren. Zwar stellen die meisten Unternehmen die operativen Weichen im laufenden Jahr wieder auf Wachstum, doch viele Aktien haben im Vorjahr eine positive Entwicklung bereits vorweggenommen. Bei ausgewählten Papieren bieten sich für Anleger
aber nach wie vor gute Chancen.
Einen Überblick über aussichtsreiche Investments im deutschen Nebenwertesegment konnten sich Investoren dieser Tage in Frankfurt verschaffen. 56 kleinere Unternehmen präsentierten sich auf der Small-und-Mid-Cap-Konferenz des Bankhauses Close Brothers Seydler dem Fachpublikum. BÖRSE ONLINE war vor Ort und nahm sie unter die Lupe.
Überzeugt hat Lutz Bungeroth von der Nanotechgesellschaft ITN Nanovation. Das Unternehmen, dessen Aktie BÖRSE ONLINE spekulativen Anlegern schon vor einigen Monaten zum Kauf empfohlen hatte (Heft 36/09), setzt seinen Sanierungsplan offensichtlich erfolgreich um. „Mittlerweile befindet sich ITN Nanovation wieder in der Rentabilitätsphase“, sagt Bungeroth, der im Mai 2009 das Ruder übernahm und seither intern an vielen Stellschrauben drehte.
Der Firmenchef sorgte dafür, dass keine Gelder mehr unkontrolliert abfließen. Er reduzierte
drastisch die Kosten und beschaffte der Firma über Kapitalerhöhungen frisches Geld. Neue Produkte, eine Vertriebsoffensive und Kooperationen sollen in den kommenden Monaten
die Umsatzerlöse antreiben und die Gewinnzone näherrücken lassen.
Die ITN-Aktie gehörte schon 2009 zu den Börsen-Highflyern und dürfte angesichts der positiven Entwicklung im operativen Geschäft ihren Weg im laufenden Jahr fortsetzen. Spekulative Anleger springen, abgesichert durch einen engen Stoppkurs, auf den fahrenden Zug auf. Eine traumhafte Börsenperformance zeigte im Vorjahr die Aktie von Steico, einem Spezialisten für Dämmstoffe.
Nachdem sich der Kurs der Feldkirchener auf Jahressicht versechsfacht hat, wagt sich Finanzvorstand Jan von Hofacker zunehmend aus der Deckung. Deutlicher und schneller als gedacht ist der Konzern in die Wachstumsspur zurückgekehrt. „Ziel ist nun, die Volatilität aus der Aktie herauszubekommen“, sagt von Hofacker. Neuer Börsenbetreuer für Steico ist die DZ Bank. Das Kreditinstitut soll bald eine Researchstudie veröffentlichen. Für das laufende Jahr peilt Steico einen Gewinn je Aktie zwischen 0,34 und 0,47 Euro an. Gut möglich, dass es am Ende noch ein wenig mehr wird. „Wir reden mit unseren Kunden über Preiserhöhungen. In der Planung ist das noch nicht eingerechnet“, verrät uns von Hofacker.
Ziel ist es, in den nächsten zwei Jahren eine operative Marge von sieben bis 8,5 Prozent zu erwirtschaften. Das entspräche mindestens der Rendite aus dem Jahr 2007. Damals notierte die Steico-Aktie bei 20 Euro. So hoch dürfte es im laufenden Jahr zwar noch nicht wieder gehen,
doch ein zweistelliger Aktienkurs wäre durchaus gerechtfertigt.
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