Nach der Börsenrally zum Jahresauftakt setzen Optimisten auf Small Caps. Dafür spricht einiges. Pessimisten setzen auf global aufgestellte Konzerne.
Getragen wurde die Rally vor allem von großen zyklischen Werten. Der Kurs des Autobauers
Daimler ist um 18 Prozent gestiegen, das Papier des US-Baufahrzeugherstellers
Caterpillar legte seit Jahresbeginn 20 Prozent zu, die Notierung des Stahlriesen
ThyssenKrupp um 22 Prozent. Eine Reihe von Experten rät deshalb, jetzt in Nebenwerte einzusteigen. Die wegen der geringen Marktkapitalisierung auch als Small Caps bezeichneten deutschen Aktien sind bisher nicht ganz so stark gestiegen wie die Papiere der großen Zykliker. Der Nebenwerteindex SDAX hat seit Jahresbeginn knapp sechs Prozent zugelegt, er hinkt damit dem DAX hinterher. In den USA hat der Small-Cap-Index Russell 500 mit plus 5,7 Prozent den Dow Jones schon hinter sich gelassen.
"Nebenwerte haben in der Vergangenheit in der Frühphase des Aufschwungs besser abgeschnitten als Standardwerte", so John Velis, Leiter Kapitalmärkte bei Russell Europe. Die bisherige globale Börsenentwicklung spreche dafür, dass auch die deutschen Small Caps noch zulegen werden: "Der globale Trend ist ermutigend."
Karl Huber, Manager des Fonds German Equity bei Pioneer Investments, ist ebenfalls dieser Ansicht: "Die deutschen Nebenwerte bieten gute Anlagemöglichkeiten." Auch wenn sich die Konjunktur wegen der Euro-Krise eintrüben sollte, blieben die Grundbedingungen für kleinere Unternehmen gut. "Viele Nebenwerte sind Marktführer in ihren Nischen, haben niedrige Finanzierungskosten und sind in den stark wachsenden Schwellenländern gut aufgestellt", so Huber. So profitiere Maschinenbauer Gea von hoher Nachfrage nach Produktionsgütern für die Nahrungsmittelherstellung. "Dem Lackiertechnikanbieter
Dürr beschert der Bau neuer Automobilfabriken in China volle Auftragsbücher", sagt der Fondsmanager. Technologieanbieter Dialog Semiconductor verdiene kräftig am Smartphone-Boom, weil er Komponenten für Apple wie für Samsung fertige.
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