Am 18. November hatte BÖRSE ONLINE die Aktie von Solar Millenium zum Kauf empfohlen (
Vielversprechender Ausbruch), nachdem der Wert mustergültig aus einem aufsteigenden Dreieck nach oben hin ausgebrochen war. In den vergangenen Tagen beschleunigte sich wieder der Aufwärtstrend - Anleger, die eingestiegen sind, können sich bereits über einen Gewinn von mehr als 30 Prozent freuen.
Solar Millenium ist spezialisiert auf Parabolrinnen-Kraftwerke, bei denen mit über in Rohren erhitzte Flüssigkeit Strom gewonnen wird. Das flüssige Arbeitsmittel geht durch Sonnenwärme in Dampf über, mit dem sich wiederum eine Turbine antreiben lässt. Zur Leistungssteigerung wird ein Teil der Wärme zwischengespeichert, sodass die Kraftwerke auch ohne Sonne noch bis zu sechs Stunden weiter Strom liefern.
Bisher gibt es in Europa erst zwei Kraftwerke, die mit dieser Technik angetrieben werden – die beiden Andasol-Projekte in Spanien. Bei beiden ist Solar Millenium federführend. Fantasie geben zudem sechs Riesenkraftwerke, die in den kommenden Jahren in den USA gebaut werden sollen und die eine Leistung von mehr als 1000 Megawatt erzielen sollen. Auch hier ist Solar Millenium bei drei Kraftwerken mit von der Partie. Zudem ist das Unternehmen aus Erlangen auch Gesellschafter des Wüstenstromprojekts Desertec. Erfreut reagierten die Börsianer auch auf die Meldung, dass der frühere Chef des Energiekonzerns EnBW, Utz Claassen, zum 1. Januar neuer Vorstandsvorsitzender von Solar Millennium wird. Als Vorsitzender des Vorstandes wird Claassen für die Ressorts Unternehmensstrategie, Konzernführung, Konzernentwicklung, Technologieentwicklung, Organisation, Beteiligungsmanagement, Recht, Revision, Risikomanagement, Public Relations (PR), politische Beziehungen und Gremienarbeit/Organbeziehungen zuständig und verantwortlich sein.
Die Analysten der
Deutschen Bank raten zur Vorsicht, solange keine nachhaltige Nachfrage-Erholung sichtbar sei. Die Einstufung wurde daher Mitte Dezember bei „Hold“ belassen. Wesentlich euphorischer ist
Goldman Sachs. Die Amerikaner bestätigten ihr Votum mit „Buy“ und sehen das Kursziel bei 38 Euro.
Charttechnisch wird die Luft hingegen allmählich dünn. Wie erwartet testete die Aktie nach dem Ausbruch aus dem Dreieck noch einmal die obere Barriere und prallte von dieser ab. Inzwischen wurden auch die schwachen Widerstände bei 28 und 32 Euro aus dem Markt genommen. Die Hürde von 36 Euro gilt noch nicht als nachhaltig überwunden. Sollte sich die Aktie aber über diesem Niveau stabilisieren, ist mittelfristig auch ein Test der Hochs vom Mai und Juli 2007 bei 45 Euro möglich. Das aus dem steigenden Dreieck sich ergebende Kursziel von rund 34 Euro hat die Aktie inzwischen erreicht. Die Gefahr eines Rückschlags bis an die 30 Euro-Marke steigt somit.
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