Veränderungen in der Zusammensetzung wichtiger Aktienindizes bewegen Börsianer immer wieder. Wer frühzeitig die richtigen Auf- oder Abstiegskandidaten identifiziert, kann eine Menge Geld verdienen. Im Euro Stoxx 50 und Stoxx 50 stehen die nächsten Veränderungen im September an. Basis dafür sind die Auswahllisten per Ende August. Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) geht der Frage nach, wer dann den Sprung in die erste Liga schaffen könnte und wem der Abstieg droht. Die Veränderungen werden ab dem 20. September wirksam.
Die besten Chancen, in den Euro Stoxx 50 aufzusteigen, billigt LBBW-Analyst Uwe Streich
BMW zu. Der Autobauer dürfte den Finanzkonzern
Aegon ersetzen. Bei Alstom aus Frankreich sei die Zugehörigkeit zum Euroland-Auswahlindex ebenfalls gefährdet. Aussichtsreichster Kandidat für einen möglichen zweiten Aufstiegsplatz sei der Handelriese Ahold aus den Niederlanden.
Weniger eindeutig ist die Situation beim Stoxx 50, dem neben den Euroland-Riesen auch Blue Chips insbesondere aus Großbritannien und der Schweiz angehören. Hier haben das britische Finanzinstitut Standard Chartered und/oder der belgisch-amerikanische Bierbrauer AB Inbev Aufstiegschancen. Voraussetzung ist allerdings, dass diese Aktien die brancheninterne Auswahlhürde schaffen, „was in beiden Fällen noch unsicher ist“, meint Streich.
Zusätzlich habe Zurich Financial Services „gewisse Chancen“, in den Stoxx 50 zurückzukehren. Abstiegsrisiken sieht Streich für den Versicherer Generali aus Italien und den Versorger
Iberdrola aus Spanien. Daneben müssten sich
RWE und der Stahlkonzern
ArcelorMittal „gewisse Sorgen“ um den Verbleib in dem führenden Europa-Index machen.
Das Aufnahmeprozedere bei den Stoxx-Indizes ist komplexer als bei DAX & Co. Es gibt ein zweistufiges Verfahren. Im ersten Schritt muss sich ein Unternehmen innerhalb seiner Branche für die Auswahlliste qualifizieren. Dafür wird ein brancheninternes Ranking erstellt, geordnet nach der Marktkapitalisierung des Streubesitzes. Qualifiziert für die nächste Stufe sind die Unternehmen, die oben auf der Liste stehen und zusammen etwa 60 Prozent der kumulierten Branchenkapitalisierung ausmachen. Für bestehende Indexmitglieder gelten allerdings Sonderregeln. Sie kommen auch dann auf die Auswahlliste, wenn sie den brancheninternen Test nicht bestehen, also nicht zu den wichtigsten Firmen ihres Sektors zählen.
Im zweiten Schritt geht es darum, die Indexzugehörigkeit zu bestätigen oder sich für den Aufstieg zu qualifizieren. Die 40 bestplatzierten Werte der Rangliste sind auf jeden Fall dabei. Absteigen muss, wer nicht mehr zu den Top 60 der Auswahlliste gehört.
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