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Streit um Touchscreen-Hersteller TPK Showdown bei Balda

[09:35, 08.02.12]


Aktionäre von  Balda blicken heute mit Spannung auf Ergebnisse von der außerordentlichen Hauptversammlung. Es geht um Macht und sehr viel Geld.


Balda
Intraday3 Monate6 Monate1 Jahr3 Jahre
WKN
521510
Aktueller Kurs
4,32 €
Veränd. z. Vortag
2,27 %

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Der Handy- und Medizintechnik-Zulieferer  Balda war einst ein Hoffnungsträger an der Börse, ein strahlender Aufsteiger. Mit der Herstellung von Kunststoffgehäusen für Mobiltelefone machte das Unternehmen aus dem ostwestfälischen Bad Oeynhausen glänzende Geschäfte. 2005 gab der Vorstand das Ziel aus, den Umsatz innerhalb von fünf Jahren auf eine Milliarde Euro zu steigern - stattdessen gingen die Erlöse dann immer weiter zurück. Jetzt ist ein Machtkampf der Eigentümer entbrannt.

Hintergrund ist die wertvolle Beteiligung am taiwanesischen Touchscreen-Hersteller TPK. Rund 400 Millionen Euro ist das Aktienpaket derzeit wert, heißt es bei  Balda. Ein Verkauf könnte für die Eigentümer interessant sein. Der US-amerikanische Finanzinvestor Octavian hat nun eine außerordentliche Hauptversammlung durchgesetzt und will den dreiköpfigen Aufsichtsrat austauschen.

Im Balda-Aufsichtsrat gebe es einen riesigen Interessenkonflikt, meint Octavian-Sprecher Lasse Schmid. Sowohl der Vorsitzende Michael Naschke als auch die beiden Aufsichtsratsmitglieder aus Taiwan seien ganz dem Lager des taiwanesischen Investors Michael Chiang zuzurechnen. Das Ehepaar Chiang halte selbst TPK-Anteile im Wert von 700 Millionen Euro, ihr Anteil an  Balda sei dagegen nur 80 Millionen Euro wert. Daher hätten die Chiangs immer zuerst das Wohl von TPK im Auge, nicht das der  Balda AG, sagt Schmid.

Heuschrecke Octavian

Der Aufsichtsrat beschuldigt Octavian, ganz nach Heuschreckenmanier abkassieren zu wollen. Octavian wolle seine eigenen Leute in den Aufsichtsrat schleusen, die TPK-Anteile schnell verkaufen, dann eine satte Sonderdividende für die eigenen Anleger einstreichen und anschließend sofort bei  Balda aussteigen, heißt es im Brief an die Aktionäre vom 18. Januar.

Das weist Octavian zurück. Man wolle das Unternehmen langfristig entwickeln. Im Gegenzug wirft Octavian dem Aufsichtsrat vor, den Verkauf der TPK-Anteile im vergangenen Jahr blockiert zu haben. Seitdem sei der Marktwert der Anteile deutlich abgesackt - zum Schaden der Balda-Aktionäre.

Balda-Sprecher Frank Elsner hält dem entgegen, dass die knapp 28 Prozent Balda-Anteile gar nicht Michael Chiang gehören, sondern dessen Frau. Die taiwanesischen Mitglieder des Aufsichtsrats hätten zwar unbestritten geschäftliche Beziehungen zu Herrn Chiang, es gebe aber keinerlei Beweise, dass das Gremium die Interessen der  Balda AG "sachfremd wahrnehmen" würde.

Anzeige bei der BaFin

Inzwischen hat Octavian "seltsame Kursverläufe" der Balda-Aktie bei der Finanzaufsicht BaFin angezeigt. Die Behörde muss nun die Vorwürfe prüfen. Es gehe um auffallend umfangreiche Käufe kurz vor dem 16. Januar, sagt Schmid. Wer zu diesem Stichtag nicht Balda-Aktien besaß, darf nicht bei der außerordentlichen Hauptversammlung mitstimmen.

51 Prozent der Balda-Aktien sind im Streubesitz, knapp 28 Prozent gehören Frau Chiang über die Firma Yield Return Investments. Octavian kommt nach eigenen Angaben auf 8 Prozent. Nun wird es am Mittwoch vor allem auf die Kleinaktionäre ankommen. Für eine Abwahl von Kontrolleuren ist eine einfache Mehrheit des "anwesenden Kapitals" notwendig.


Kursinformationen + Charts

Unternehmen ISIN Aktuell Veränderung Details
Balda DE0005215107 4,32 + 2,27 %  Detailinformationen

 

© 2012 dpa

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