"Wir müssen weg von den überdimensionierten Buchhandlungen", räumte Kreke am Mittwoch in Düsseldorf ein. "Der Verkauf des gedruckten Buchs in stationären Läden wird weiter rückläufig sein", prognostizierte er. Und das hat Folgen - Verkaufsflächen von bis zu 600 Quadratmetern und damit deutlicher weniger als bislang seien für Buchhandlungen ausreichend. Thalia will nun mit den Vermietern verhandeln - Filialen der Kette könnten etwa Untermieter aufnehmen. Die Kette betreibt knapp 300 Läden in Deutschland, Österreich und der Schweiz mit knapp 5300 Mitarbeitern. Bei dem anstehenden Umbau könne er "Personalkonsequenzen" nicht ausschließen, sagte Kreke auf die Frage nach Stellenstreichungen. Zudem soll das Online-Angebot wie im Gesamtkonzern weiter ausgebaut werden - rund 14 Prozent des Jahresumsatzes von 935 Millionen Euro fuhr Thalia im boomenden Internet-Handel ein.
Das Problem für
Douglas ist indes, dass der Konzern dabei deutlich weniger verdient als beim Verkauf in Buchhandlungen. Die Erträge von Thalia würden auch im laufenden Geschäftsjahr 2011/12 weiter nachgeben, sagte Kreke. Mit einem Gewinn vor Steuern von fünf Millionen Euro verfehlte der Buchbereich bereits 2010/11 das Vorjahresergebnis um 20 Millionen Euro. Kreke zufolge steht die Buchhandelsbranche in Deutschland zudem vor einer Konsolidierung. Für den Weltbild-Verlag, den die katholische Kirche zum Verkauf gestellt hatte, will Kreke aber derzeit nicht bieten. Dafür würden Preise "jenseits von gut und böse" verlangt.
Douglas rechnet für das neue Geschäftsjahr nur mit einem leichten Umsatzplus auf rund 3,4 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) solle zwischen 200 und 250 Millionen Euro liegen - deutlich weniger als im abgelaufenen Geschäftsjahr 2010/11, in dem noch rund 293 Millionen Euro in den Büchern standen. Die Douglas-Aktien schickte Kreke mit dem Ausblick auf Talfahrt - sie verloren knapp sieben Prozent.
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