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Übernahmepläne Kaufrausch bei der Douglas-Aktie

[09:45, 12.01.12]


Angeblich will die Douglas-Gründerfamilie Kreke den Handelskonzern übernehmen. Vom Management wurden inzwischen sogar erste Gespräche bestätigt. Die Aktie hebt um knapp 30 Prozent ab.


Douglas Holding
Intraday3 Monate6 Monate1 Jahr3 Jahre
WKN
609900
Aktueller Kurs
32,31 €
Veränd. z. Vortag
0,94 %

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Am Mittwoch rangieren die Douglas-Papiere mit Kursverlusten von rund zehn Prozent noch ganz unten in der MDAX-Performance-Liste. Grund waren Probleme mit seiner Buchhandelssparte Thalia, die  Douglas das Geschäftsjahr 2011/12 zu verhageln drohen. Heute sieht die Welt für die Douglas-Aktionäre bereits ganz anders aus. Eigner des Handelskonzerns  Douglas verhandeln mit Finanzinvestoren über eine Übernahme ihrer Anteile. Es gebe Gespräche "zwischen der Gesellschaft, an der Gesellschaft nicht unerheblich beteiligten Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats der  Douglas Holding AG und verschiedenen Finanzinvestoren über den möglichen Erwerb einer wesentlichen Beteiligung der Investoren an der  Douglas Holding AG, etwa im Rahmen eines öffentlichen Übernahmeangebots", teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Bisher gebe es aber weder verbindliche Angebote der Finanzinvestoren noch seien Struktur und Finanzierung einer etwaigen Transaktion geklärt.

Einem Bericht des "Wall Street Journals“ zufolge plant die Douglas-Gründerfamilie Kreke, den Konzern zurückzukaufen und auch von der Börse zu nehmen. Mit im Boot sind wohl auch Finanzinvestoren wie BC Partners und Apax Partners. Größer Anteilseigner ist derzeit die Oetker-Gruppe mit knapp 26 Prozent sowie die Familie Kreke mit rund 13 Prozent.

Buchhandel belastet Douglas

"Wir müssen weg von den überdimensionierten Buchhandlungen", räumte Kreke am Mittwoch in Düsseldorf ein. "Der Verkauf des gedruckten Buchs in stationären Läden wird weiter rückläufig sein", prognostizierte er. Und das hat Folgen - Verkaufsflächen von bis zu 600 Quadratmetern und damit deutlicher weniger als bislang seien für Buchhandlungen ausreichend. Thalia will nun mit den Vermietern verhandeln - Filialen der Kette könnten etwa Untermieter aufnehmen. Die Kette betreibt knapp 300 Läden in Deutschland, Österreich und der Schweiz mit knapp 5300 Mitarbeitern. Bei dem anstehenden Umbau könne er "Personalkonsequenzen" nicht ausschließen, sagte Kreke auf die Frage nach Stellenstreichungen. Zudem soll das Online-Angebot wie im Gesamtkonzern weiter ausgebaut werden - rund 14 Prozent des Jahresumsatzes von 935 Millionen Euro fuhr Thalia im boomenden Internet-Handel ein.

Das Problem für  Douglas ist indes, dass der Konzern dabei deutlich weniger verdient als beim Verkauf in Buchhandlungen. Die Erträge von Thalia würden auch im laufenden Geschäftsjahr 2011/12 weiter nachgeben, sagte Kreke. Mit einem Gewinn vor Steuern von fünf Millionen Euro verfehlte der Buchbereich bereits 2010/11 das Vorjahresergebnis um 20 Millionen Euro. Kreke zufolge steht die Buchhandelsbranche in Deutschland zudem vor einer Konsolidierung. Für den Weltbild-Verlag, den die katholische Kirche zum Verkauf gestellt hatte, will Kreke aber derzeit nicht bieten. Dafür würden Preise "jenseits von gut und böse" verlangt.

Douglas rechnet für das neue Geschäftsjahr nur mit einem leichten Umsatzplus auf rund 3,4 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) solle zwischen 200 und 250 Millionen Euro liegen - deutlich weniger als im abgelaufenen Geschäftsjahr 2010/11, in dem noch rund 293 Millionen Euro in den Büchern standen. Die Douglas-Aktien schickte Kreke mit dem Ausblick auf Talfahrt - sie verloren knapp sieben Prozent.


Kursinformationen + Charts

Unternehmen ISIN Aktuell Veränderung Details
Douglas Holding DE0006099005 32,31 + 0,94 %  Detailinformationen

 

© 2012 Reuters

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