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Vivendi Investitionen zahlen sich aus

[14:19, 02.09.10]


Der Pariser Entertainmentkonzern  Vivendi profitiert von seiner Expansion. Gestern erhöhte das Unternehmen, das Videospiele, Mobilfunkverträge und Pay-TV-Pakete verkauft, seine Gewinnprognose für dieses Geschäftsjahr.


Vivendi
Intraday3 Monate6 Monate1 Jahr3 Jahre
WKN
591068
Aktueller Kurs
16,44 €
Veränd. z. Vortag
1,48 %

„Vivendi ist zurück auf dem Wachstumspfad und steigert seine Erwartungen für das Jahr“, sagte Konzernchef Jean-Bernard Lévy .

Mit einer geringen semantischen Änderung beflügelte Lévy gleichzeitig die Fantasie von Analysten und Investoren. Anstelle von „leichtem Wachstum“ beim Ergebnis prognostiziert der Konzernchef ab sofort „Wachstum“. Die kleine Anpassung ließ – im Verbund mit den guten Zahlen – die Vivendi-Aktie gestern um fünf Prozent auf 19,33 Euro steigen. An der Börse war  Vivendi zuletzt mit großer Zurückhaltung konfrontiert, die Aktie hatte seit Jahresbeginn 12,5 Prozent an Wert verloren.

Die gute Entwicklung verdankt der Konzern besonders jenen Sektoren, in denen er zuletzt verstärkt investiert hatte. Zum einen dem Videospielgeschäft, in dem der Konzern mit der Tochter Activision Blizzard der weltweit größte Anbieter ist. Er profitierte hier von der anschwellenden Nachfrage nach Spielen wie „Call of Duty“ und „World of Warcraft“.

Zum zweiten zahlte sich der Einstieg in den brasilianischen Telekommunikationsmarkt aus. Im vergangenen Jahr hatte sich  Vivendi in einem Bieterkampf um den dortigen Anbieter GVT gegen den spanischen Konkurrenten  Telefónica durchgesetzt und die Firma für 4,18 Mrd. Dollar übernommen. „GVT ist dieses Jahr und künftig ein starker Wachstumsfaktor, und wir haben das Investitionsprogramm bei der Tochter aufgestockt“, führte Lévy aus. GVT ist bislang nur in einem kleinen Teil Brasiliens vertreten.

Über alle Geschäfte wuchs der Umsatz im Vorjahresvergleich um 6,1 Prozent auf 13,98 Mrd. Euro. Das operative Ergebnis (Ebita) wuchs noch kräftiger: Es schnellte um 11.9 Prozent auf 3,24 Mrd. Euro. Die Ergebnisse wurden „von überdurchschnittlichen Entwicklungen in allen Sektoren angetrieben“, urteilte Analyst Polo Tang von der Bank  UBS Warburg. Die Profitabilität des Konzerns dürfte ihm zufolge von dem Schwung weiter profitieren.

Als weiteren Faktor für Optimismus nannte der Analyst die Aussichten, dass  Vivendi bei SFR aufstocken könnte, dem zweitgrößten Mobilfunkbetreiber in Frankreich. Bisher müssen sich die Franzosen die hochprofitable Firma mit einem Minderheitseigner teilen, dem britischen Vodafone-Konzern. Mehrfach hatte Lévy wissen lassen, dass er  Vodafone gern herauskaufen würde. Das Kapital hat er auch zur Verfügung, seitdem er zuletzt den 20-Prozent-Anteil beim US-Entertainmentkonzern NBC Universal abgestoßen hat. Allerdings hat sich  Vodafone bislang geziert, bei SFR auszusteigen.

Vor einer ähnlichen Frage steht  Vivendi bei der Pay-TV-Tochter Canal Plus. Hier setzte sich der Poker mit dem Minderheitseigner fort, dem französischen Mischkonzern Lagardère. Der drohte am Dienstag erneut, sein 20-Prozent-Paket im kommenden Jahr an der Börse zu platzieren.  Vivendi und Lagardère hatten sich zuvor in Verkaufsgesprächen um die Anteile nicht auf einen Preis einigen können.


Kursinformationen + Charts

Unternehmen ISIN Aktuell Veränderung Details
Vivendi FR0000127771.F 16,44 + 1,48 %  Detailinformationen

 

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