Thomas Enders, Kandidat für den Chefposten bei
EADS, stänkert gegen den Einstieg Berlins beim deutsch-französischen Flugzeugbauer - und liegt damit ganz auf der Linie einiger prominenter Manager-Kollegen.
Der geplante Einstieg von Deutschland als Aktionär bei
EADS stößt im Top-Management des Konzerns auf Ablehnung. "Das geht in die völlig falsche Richtung", sagte Airbus-Chef Thomas Enders am Donnerstag auf Anfrage der FTD. "Wir brauchen nicht mehr staatliche Aktionäre, und wir brauchen nicht mehr staatliche Einflussnahme, sondern weniger. Das habe ich schon immer gesagt", fügte Enders hinzu.
Am Mittwoch war bekannt geworden, dass der Autokonzern
Daimler die Hälfte seines 15-prozentigen Anteils an
EADS an die deutsche Staatsbank KfW losschlägt.
Daimler will seit längerem sein Engagement bei
EADS reduzieren. Berlin ist eine Einflussnahme auf das deutsch-französische Unternehmen sehr wichtig. Bemühungen der Politik, einen privaten Investor für die Aktien zu begeistern, scheiterten.
Eine Grundsatzvereinbarung über das Geschäft soll nach Daimlers Vorstellung noch dieses Jahr geschlossen werden. Der Verkauf der Aktien an die KfW, die aktuell zwischen 1,2 bis 1,3 Mrd. Euro wert sind, ist dann für 2012 vorgesehen.
Der 52-jährige Enders gilt als Nachfolger für EADS-Vorstandschef Louis Gallois, wenn es Mitte 2012 zu einem Umbau der deutsch-französischen Führungsstruktur bei dem Luftfahrtkonzern kommt. Den Staatseinstieg Deutschlands bei
EADS als eine zeitlich begrenzte Lösung anzusehen, sei vermutlich ein Trugschluss, meint der Manager. "Die so genannten vorübergehenden Lösungen haben die unangenehme Eigenschaft, sich langfristig zu verfestigen", betonte der Airbus-Chef. Auch die Beteiligung von Frankreich und Spanien bei der Gründung des Konzerns vor gut zehn Jahren seien damals als vorübergehend deklariert worden.
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