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Zweites Quartal Software AG verschreckt Anleger

[11:20, 15.07.11]


Noch vor ein paar Tagen strotzte der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Streibich vor Selbstvertrauen, Jetzt sorgen der schwacher Dollar und das schwaches Europageschäft sorgen für eine Umsatzdelle.


Software
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Die Feierlaune bei den Aktionären der  Software AG währte nicht lang: Anfang Juli hatte Vorstandschef Karl-Heinz Streibich mit seinem Plan, den Umsatz binnen zehn Jahren zu verfünffachen, für einen kräftigen Kurssprung gesorgt. Jetzt gab es erst einmal einen Dämpfer: Nach vorläufigen Zahlen lagen die Erlöse im zweiten Quartal mit 256 bis 258 Mio. Euro deutlich unter den 267,3 Mio. Euro vom Vorjahr, wie der zweitgrößte deutsche Softwarehersteller am Donnerstag in Darmstadt mitteilte. Der Aktienkurs brach um 16,4 Prozent auf 35,1 Euro ein, auch die Papiere von  SAP wurden mit nach unten gerissen.

Der starke Euro, eine schwächere Nachfrage in Europa und verschobene Vertragsabschlüsse drückten auf die Umsätze. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) habe nur das Vorjahresniveau von 59 Mio. Euro erreicht.

Die Umsatzschwäche in Europa ist ein branchenweites Problem: Die Erholung nach der Wirtschaftskrise verliert in der Region mehr und mehr an Fahrt. Das zeigte sich bereits in den Zahlen des US-Anbieters Oracle Ende Juni und dürfte auch in den SAP-Zahlen Ende Juli zu sehen sein. „EMEA ist die größte Schwachstelle für die europäischen Softwarekonzerne, die in der Region naturgemäß breiter aufgestellt sind als ihre US-Konkurrenten“, sagte Unicredit-Analyst Knut Woller. Die  Software AG machte zuletzt gut 40 Prozent,  SAP etwa die Hälfte seine Umsätze in Europa.

Daneben leiden die europäischen Konzerne unter dem starken Euro. Währungsveränderungen schmälerten die Umsätze der  Software AG im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahr um rund 10 Mio. Euro. Für  SAP erwarten Analysten ähnliche Effekten.

Bei der  Software AG läuft außerdem das Geschäft der 2009 übernommenen  IDS Scheer nach wie vor nicht rund. „Wir sehen Vetriebsschwächen in einzelnen Bereichen“, sagte ein Sprecher. Dazu gehöre die klassische Implementation von SAP-Produkten. Die Berater von  IDS Scheer helfen Unternehmen unter anderem, SAP-Systeme einzuführen. Die  Software AG hofft dadurch in Zukunft auch eigene Produkte an SAP-Kunden zu verkaufen. „Das muss noch umgesetzt werden“, räumte der Sprecher ein.

Ob im Juni verschobene Verträge bereits im dritten oder erst im vierten Quartal abgeschlossen würden, konnte der Sprecher noch nicht sagen. Die Gründe für den Aufschub seien noch nicht genau analysiert. Insgesamt sei die Auftragslage aber so gut, dass die  Software AG die Umsatzdelle im zweiten Halbjahr wieder aufholen will. An seinen Zielen für 2011 hält der Konzern deshalb fest: Der Umsatz von 1,1 Mrd. Euro im Jahr 2010 soll um fünf bis sieben Prozent steigen. Auch die Ergebnisprognose von zehn bis 15 Prozent Plus steht unverändert.


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