Die Feierlaune bei den Aktionären der
Software AG währte nicht lang: Anfang Juli hatte Vorstandschef Karl-Heinz Streibich mit seinem Plan, den Umsatz binnen zehn Jahren zu verfünffachen, für einen kräftigen Kurssprung gesorgt. Jetzt gab es erst einmal einen Dämpfer: Nach vorläufigen Zahlen lagen die Erlöse im zweiten Quartal mit 256 bis 258 Mio. Euro deutlich unter den 267,3 Mio. Euro vom Vorjahr, wie der zweitgrößte deutsche Softwarehersteller am Donnerstag in Darmstadt mitteilte. Der Aktienkurs brach um 16,4 Prozent auf 35,1 Euro ein, auch die Papiere von
SAP wurden mit nach unten gerissen.
Der starke Euro, eine schwächere Nachfrage in Europa und verschobene Vertragsabschlüsse drückten auf die Umsätze. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) habe nur das Vorjahresniveau von 59 Mio. Euro erreicht.
Die Umsatzschwäche in Europa ist ein branchenweites Problem: Die Erholung nach der Wirtschaftskrise verliert in der Region mehr und mehr an Fahrt. Das zeigte sich bereits in den Zahlen des US-Anbieters Oracle Ende Juni und dürfte auch in den SAP-Zahlen Ende Juli zu sehen sein. „EMEA ist die größte Schwachstelle für die europäischen Softwarekonzerne, die in der Region naturgemäß breiter aufgestellt sind als ihre US-Konkurrenten“, sagte Unicredit-Analyst Knut Woller. Die
Software AG machte zuletzt gut 40 Prozent,
SAP etwa die Hälfte seine Umsätze in Europa.
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