Neuemissionen

Börsengang Tom Tailor Parkettpläne werden konkreter

[11:40, 19.03.10]


Tom-Tailor-Investoren könnten 12,65 Millionen Aktien für den am 26. März geplanten Börsengang zeichnen. Das teilte das Unternehmen mit. Die Titel können von Freitag an bis zum nächsten Mittwoch in einer Preisspanne von 11 bis 15 Euro gezeichnet werden. Insgesamt könnte der Gang an die Börse damit bis zu knapp 190 Mio. Euro einbringen, wovon maximal 165 Mio. Euro in die Kassen des Unternehmens fließen würden.

Die Differenz- der Erlös aus bis zu 1,65 Millionen Aktien aus einer möglichen Mehrzuteilung - geht an die Eigentümer, den deutsch-französischen Finanzinvestor Alpha, Firmengründer Uwe Schröder und den Vorstand um Dieter Holzer. Bis zu 76,5 Prozent der Aktien kämen in Streubesitz. 2009 hatte Tom Tailor den Umsatz um sechs Prozent auf rund 300 Mio. Euro gesteigert. Das operative Ergebnis stieg bereinigt um Sondereffekte auf 37,8 Mio. Euro, nach 22,1 Mio. Euro im Jahr zuvor. Das 1962 gegründete Unternehmen ist in 35 Ländern vertreten. In Deutschland, Österreich und den Niederlanden gibt es eigene Läden. Zu den Kernmärkten zählt das Unternehmen mit rund 730 Mitarbeitern auch Belgien, die Schweiz und Frankreich.

Tom Tailor will der dritte Neuzugang am deutschen Aktienmarkt in diesem Jahr werden. Für den kommenden Montag hat Kabel Deutschland das Börsendebüt angekündigt. Mit bis zu 880 Mio. Euro Emissionsvolumen spielt der Kabelnetzbetreiber für den Aktienmarkt in einer anderen Liga und ist der erste größere Börsengang seit über zwei Jahren. Er wird als Testlauf für die drei weiteren Kandidaten gesehen, die den Schritt aufs Parkett wagen. Der Chemikalienhändler Brenntag, der am 29. März am Aktienmarkt starten will, möchte - wie Kabel Deutschland - ebenfalls mehr als 800 Mio. Euro einnehmen. Der chinesische Armaturenhersteller Joyou hat seinen Börsengang für den 30. März angekündigt.


BÖRSE ONLINE rät Privatanlegern von einer Zeichnung der Aktie ab. Dass die Bekleidungskette das IPO vorrangig zur Schuldentilgung nutzt, ist angesichts der happigen Finanzverbindlichkeiten von knapp 200 Millionen Euro und einem negativen Eigenkapital zwar verständlich und sogar bitter nötig. Um das zukünftige Wachstum durch Expansionen stärken zu können, bleibt vom angepeilten Börsenerlös von maximal 165 Millionen Euro aber zu wenig übrig. Nur rund 20 Millionen Euro dürfte das Unternehmen für seine Expansionsstrategien verwenden können. Anleger sollten zunächst die operative Entwicklung beobachten und das Papier nicht zeichnen. Die vorbörslichen Kurse liegen momentan zwischen 12,50 Euro und 14 Euro und versprechen im Vergleich zur ausgegebenen Preisspanne zwischen elf und 15 Euro ohnehin nur wenig Gewinnpotenzial.




 

© 2010 ftd

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