Neuemissionen

Kinghero KGV-Kracher kommt auf's Parkett

[11:49, 23.07.10]


Anfang August wagt sich das chinesische Modelabel Kinghero auf das Börsenparkett. Das Unternehmen wächst rasant und ist günstig bewertet. Sollten Anleger zeichnen?


Wenn es mit den deutschen Unternehmen nicht so richtig klappt, müssen uns eben die Chinesen aus der Patsche helfen. Mit Kinghero strebt ein weiteres Unternehmen aus dem Reich der Mitte auf das Parkett. Das Modelabel produziert überwiegend Freizeitklamotten und verkauft sie auf dem chinesischen Markt. Seit 25 Jahren existiert Kinghero und erwirtschaftete im Jahr 2009 einen Umsatz von umgerechnet 49 Millionen Euro. Bis 2011 soll sich dieser verdoppeln. Unterm Strich verdiente der Konzern im vergangenen Geschäftsjahr 10,7 Millionen Euro.

Doch warum soll jetzt ausgerechnet der Börsengang in Deutschland stattfinden? In China entscheidet nicht ein Unternehmen, sondern die Politik, wer dort auf das Parkett darf. Mitunter dauert es sehr lange, bis es letztlich grünes Licht gibt. In Deutschland geht das um einiges schneller, wenn denn genügend Investoren gefunden werden.

Mit europäischen Models und daran angelehnter Mode will sich das Unternehmen im Reich der Mitte positionieren. Im mittleren bis hochpreisigen Segment hat sich Kinghero angesiedelt. Mit der Urbanisierung und dem steigenden Einkommen in der chinesischen Bevölkerung steigt dort der Anspruch an die Mode. Vor allem europäische Luxuslabel profitieren bislang davon.

Doch auch die einheimischen Textilunternehmen wollen ein großes Stück abhaben. Ob sich Kinghero mit seinem Design durchsetzt bleibt abzuwarten. Sich selbst sieht die Firma unter den Top Ten unter den Bekleidungsmarken für Herrenmode. In 227 Läden verkauft die Gesellschaft ihre Klamotten. 107 verkaufen ausschließlich die Ware von Kinghero. Vor allem der Aufbau der Marke steht im Vordergrund. Mit so genannten Flagship-Stores will Gründer und Vorstandschef Yu Zhang den Brand stärken.

Inklusive Mehrzuteilungsoption bietet das Unternehmen 2,07 Millionen Aktien an, was einem Free Float von 29 Prozent entspricht. Vom 27. Juli bis zum 4. August können Interessenten die neuen Aktien zeichnen. Die Preisspanne liegt bei 14,50 und 18,50 Euro. Die Erstnotiz soll am Freitag, den 6. August, im Entry Standard der Frankfurter Wertpapierbörse sein. Begleitet wird der Börsengang von der BankM und Silvia Quandt & Cie.

Sollen Anleger den Titel zeichnen?

Ein Manko ist sicherlich der Gang in den wenig regulierten Entry Standard. Gerade ein Unternehmen aus China, das in Deutschland wenig bekannt ist, wird es schwer haben, bei den Investoren Vertrauen zu gewinnen. Am oberen Ende der Preisspanne wäre das Unternehmen mit insgesamt 135 Millionen Euro bewertet. Das entspricht fast dem dreifachen Umsatz, den Kinghero 2009 erwirtschaftete – allerdings wächst das Unternehmen auch rasant.

Die BankM rechnet mit einem Gewinn je Aktie für das Jahr 2011 von 2,70 Euro. Das würde einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 6,9 entsprechen. Zieht man das untere Ende der Spanne heran, kommt man auf ein KGV von gerade Mal 5,4. Im Branchenvergleich ist das günstig. Allerdings ist das Unternehmen für einen Modekonzern winzig und hier zu Lande total unbekannt. Anleger sollten den Börsengang abwarten und den Titel zunächst beobachten.


 

© 2010 Börse Online = Börse Online

Diesen Artikel bookmarken bei...

BlinkList del.icio.us Folkd Furl Google Linkarena Mister Wong oneview Webnews weblinkr Yahoo MyWeb YiGG


DAX 6.748,76

-5,44 Punkte/-0,08%
Chart
DAX Tops
  Kurse Diff%
2,10 +7,58%
50,00 +3,24%
22,84 +1,96%
34,47 +1,53%
DAX Flops
  Kurse Diff%
7,51 -1,47%
56,71 -1,46%
77,03 -1,31%
54,25 -1,22%
Wie weit wird der DAX 2012 noch steigen?
 

Boerse Online DATA INTERAKTIVE
Grosse Lesserumfrage Onlinebroker 2012
Ihre Stimmabgabe für das Leserinvestment der Ausgabe 09/2012

Finden Sie uns auf Facebook
Mehr Videos »