Neuemissionen

Unitymedia Insider spekulieren über Börsengang

[14:50, 03.11.09]


Ein weiterer Neuling drängt Finanzkreisen zufolge noch in diesem Jahr an die Frankfurter Börse. Neben der Flughafen-Sparte des Baukonzerns  Hochtief treibt auch der zweitgrößte deutsche Kabelnetzbetreiber Unitymedia die Vorbereitungen für eine Erstnotiz voran, sagten mehrere mit den Plänen vertraute Personen Reuters am Dienstag.


 

Die Eigentümer BC Partners und Apollo Management wollten bis Mitte November über einen Börsengang (IPO) entscheiden. "Vieles deutet auf grünes Licht hin", sagte ein Insider. Die Bewertungen vergleichbarer Kabelfirmen hätten sich in den vergangenen Wochen erholt.

Angedacht sei die Platzierung eines Minderheitsanteils, die bei Investoren noch im Dezember über die Bühne gehen könnte. Beim Volumen werde rund eine halbe Milliarde Euro angepeilt. Die rund zweiwöchige Werbetour bei Investoren könne am 16. November starten. Die beiden Finanzinvestoren BC Partners und Apollo hatten die Vorbereitungen für einen Börsengang von Unitymedia vor Jahren schon einmal vorangetrieben, dann aber in letzter Minute abgesagt. Daher müsse man aber nicht bei null anfangen, sagte einer der Beteiligten.

Die Beteiligungshäuser halten zusammen rund zwei Drittel und sollten nach dem IPO weiter eine Mehrheit haben. Die Eigentümer und Unitymedia äußerten sich nicht dazu. Konzernchef Parm Sandhu hatte einen Börsengang in einem Reuters-Interview vor kurzem als attraktive Option bezeichnet. Unitymedia hat 6,2 Millionen Kabel-Abonnenten in Nordrhein-Westfalen und Hessen.

Die kräftige Kurserholung an den Aktienmärkten macht einen Börsengang für Firmen wieder attraktiv, nachdem in der Finanzkrise praktisch keine Neulinge den Sprung aufs Parkett gewagt hatten. In den USA und Asien gibt es schon wieder Mega-Platzierungen. Auch in Deutschland arbeiten Banken an den ersten größeren Börsengängen seit zwei Jahren. Die meisten dieser IPOs sind aber für das erste Halbjahr 2010 geplant - wie etwa der des Chemikalienhändlers Brenntag, der ebenfalls dem Finanzinvestor BC Partners gehört. Ein Börsengang noch in diesem Jahr hätte Bankern zufolge daher den Vorteil, dass Unitymedia nicht mit vielen anderen Börsenneulingen um das Geld der Investoren konkurrieren muss. Allerdings steht in Deutschland möglicherweise auch der IPO der Hochtief-Sparte Concessions an. Dieser wäre vermutlich auch größer als der von Unitymedia, die Eigner hoffen auf Erlöse von unter einer Milliarde Euro. Eine Entscheidung wird noch im November erwartet.


 

© 2009 Reuters, © Illustration: dpa

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