Neuemissionen

Vtion Wireless Chinesen wagen Börsengang

[15:00, 25.09.09]


Mit dem für den 1. Oktober geplanten Handelsstart in Frankfurt ist Vtion der erste Neuzugang im streng regulierten Prime Standard seit über einem Jahr. Doch für das Unternehmen, dessen Datenkarten die das Abrufen von E-Mails oder das Surfen im Internet von unterwegs ermöglichen, ist das nicht der erste Anlauf an die Börse.


Bereits vor zwei Jahren hatte Vtion ein Initial Public Offering (IPO) angekündigt. Die Finanzkrise machte Vtion einen Strich durch die Rechnung. Damals hatte das Unternehmen auf Einnahmen von bis zu 100 Millionen Euro gehofft. In der Zwischenzeit habe Vtion aber Gelder von Private-Equity-Investoren eingenommen, einen positiven Cashflow erreicht und von einer geplanten Investition Abstand genommen. Daher werde nun ein geringerer Erlös angestrebt, erläuterte Carsten Klante von Sal. Oppenheim, der den Börsengang betreut.

Vtion Wireless Technology will bei seinem bevorstehenden Börsengang rund 50 Millionen Euro einsammeln. 5,17 Millionen Aktien werden in einer Preisspanne von 9,50 bis 12,00 Euro angeboten, wie der chinesische Hersteller von Mobilfunk-Datenkarten am Freitag mitteilte. Mit deren Verkauf könnten bis zu 62 Millionen Euro erlöst werden, wovon bis zu 54 Millionen in die Unternehmenskassen fließen könnten. Die Angebotsfrist beginnt am 28. September und endet einen Tag später.

Mit den erhofften Geldern will Vtion die Vermarktung seiner Datenkarten vorantreiben, zusätzliche Lizenzen für weitere Mobilfunkchips kaufen und seine Forschung und Entwicklung ausbauen. Vom Gang an den Frankfurter Kapitalmarkt erhofft sich Vtion zudem einen Prestige-Gewinn. Die Speicherkarten sollen hierzulande zunächst nicht angeboten werden. Schließlich sei schon China ein riesiger Markt mit Wachstumspotenzial, nicht zuletzt, da die UMTS-Technologie, auf die Vtion setzt, dort erst kürzlich eingeführt wurde, erklärte ein Unternehmenssprecher.

Vtion kam eigenen Angaben zufolge 2008 in China auf einen Marktanteil von rund 25 Prozent. Zugleich erzielte das 2002 gegründete Unternehmen einen Umsatz von 39,2 Millionen und einen Nettogewinn von 12,4 Millionen Euro. In diesem Jahr dürften bei einem Umsatz von 67 Millionen Euro 16,2 Millionen Euro Gewinn gemacht werden, wie die Analysten von Sal. Oppenheim und IPO-Co-Manager Macquarie prognostizieren. Bereits in den ersten acht Monaten des laufenden Jahres kam Vtion fast an die Vorjahreswerte heran.


 

© 2009 Reuters

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