Mit dem für den 1. Oktober geplanten Handelsstart in
Frankfurt ist Vtion der erste Neuzugang im streng regulierten
Prime Standard seit über einem Jahr. Doch für das Unternehmen,
dessen Datenkarten die das Abrufen von E-Mails oder das Surfen
im Internet von unterwegs ermöglichen, ist das nicht der erste
Anlauf an die Börse.
Bereits vor zwei Jahren hatte Vtion ein
Initial Public Offering (IPO) angekündigt. Die Finanzkrise
machte Vtion einen Strich durch die Rechnung. Damals hatte das
Unternehmen auf Einnahmen von bis zu 100 Millionen Euro gehofft.
In der Zwischenzeit habe Vtion aber Gelder von
Private-Equity-Investoren eingenommen, einen positiven Cashflow
erreicht und von einer geplanten Investition Abstand genommen.
Daher werde nun ein geringerer Erlös angestrebt, erläuterte
Carsten Klante von Sal. Oppenheim, der den Börsengang betreut.
Vtion Wireless
Technology will bei seinem bevorstehenden Börsengang
rund 50 Millionen Euro einsammeln. 5,17 Millionen Aktien werden
in einer Preisspanne von 9,50 bis 12,00 Euro angeboten, wie der
chinesische Hersteller von Mobilfunk-Datenkarten am Freitag
mitteilte. Mit deren Verkauf könnten bis zu 62 Millionen Euro
erlöst werden, wovon bis zu 54 Millionen in die
Unternehmenskassen fließen könnten. Die Angebotsfrist beginnt am 28. September und endet einen Tag später.
Mit den erhofften Geldern will Vtion die Vermarktung seiner
Datenkarten vorantreiben, zusätzliche Lizenzen für weitere
Mobilfunkchips kaufen und seine Forschung und Entwicklung
ausbauen. Vom Gang an den Frankfurter Kapitalmarkt erhofft sich
Vtion zudem einen Prestige-Gewinn. Die Speicherkarten sollen
hierzulande zunächst nicht angeboten werden. Schließlich sei
schon China ein riesiger Markt mit Wachstumspotenzial, nicht
zuletzt, da die UMTS-Technologie, auf die Vtion setzt, dort erst
kürzlich eingeführt wurde, erklärte ein Unternehmenssprecher.
Vtion kam eigenen Angaben zufolge 2008 in China auf einen
Marktanteil von rund 25 Prozent. Zugleich erzielte das 2002
gegründete Unternehmen einen Umsatz von 39,2 Millionen und einen
Nettogewinn von 12,4 Millionen Euro. In diesem Jahr dürften bei
einem Umsatz von 67 Millionen Euro 16,2 Millionen Euro Gewinn
gemacht werden, wie die Analysten von Sal. Oppenheim und
IPO-Co-Manager Macquarie prognostizieren. Bereits in den ersten
acht Monaten des laufenden Jahres kam Vtion fast an die
Vorjahreswerte heran.
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