Der dänische Wind- und Solarparkbetreiber Scan Energy hat den für Freitag geplanten Börsengang abgesagt. Das Unternehmen begründete die Entscheidung mit der aktuellen Kapitalmarktentwicklung und der Zurückhaltung der Investoren am deutschen Börsenmarkt. "Wir hätten unser Wachstum durch den Börsengang gerne beschleunigt, aber wir werden jetzt andere Optionen verfolgen", sagte Scan-Energy-Chef Karsten Olsen, in einer Pflichtmitteilung am Mittwoch.
Gegenüber FTD.de zeigte sich ein Unternehmensprecher enttäuscht: "Es ist nicht schön, wenn man so einen Schritt absagen muss." Die jüngste Marktentwicklung habe Scan Energy zu dem Schritt bewogen: "In den vergangenen zehn Tagen gab es nur wenig, was uns geholfen hat". Die Frage nach einem neuerlichen Anlauf für einen Börsengang stelle sich derzeit nicht: "Das ist noch viel zu früh."
Erst vergangene Woche hatte
Hochtief Concessions kurz vor dem Handelsauftakt einen Rückzieher gemacht. Die Hochtief-Tochter wäre mit Erlösen von bis zu 1 Mrd. Euro der größte Neuzugang am deutschen Aktienmarkt seit zwei Jahren gewesen.
Scan Energy hatte sich ursprünglich fast 280 Mio. Euro von dem Börsengang erhofft, war dann aber zurückgerudert. Zuletzt waren den Investoren rund 22 Millionen Aktien zu 8 Euro das Stück zur Zeichnung angeboten worden. Von den Erlösen hätte das Unternehmen 158 Mio. Euro bekommen sollen.
Der Vorstandsvorsitzende von Scan Energy betrieb Schadensbegrenzung und verwies auf das bestehende, seinen Angaben nach solide Geschäftsmodell mit stetigem Cashflow. Von einem neuerlichen Anlauf für einen Börsengang sagte er nichts.
Neben Wind- betreibt Scan Energy immer mehr margenträchtigere Solarparks. Das Unternehmen zieht dabei subventionsgetrieben opportunistisch von Land zu Land. In acht Ländern Europas ist man aktiv und betreibt Anlagen mit einer Kapazität von 514 Megawatt, im eigenen Besitz befinden sich davon 369 Megawatt. Mit der durch den Börsengang beabsichtigen Kapitalerhöhung sollte der Kapazitätsausbau um 75 Prozent finanziert werden.
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