Von Hans G. Linder
An der Börse haben die Bären zurzeit nichts zu lachen. Aber es gibt eine Ausnahme: Knut! Der Rummel um das putzmuntere Eisbärenbaby aus der Hauptstadt hat die Aktie des
Zoologischen Gartens Berlins zum absoluten Börsenstar gemacht. Seit dem 29. März schoss der Kurs von 2287,22 Euro auf zeitweise 4900 Euro hoch. Aktuell dominieren Gewinnmitnahmen - eine Aktie kostet noch 4300 Euro.

Allerdings – der Andrang nach der Aktie war lange nicht so riesig wie der im Zoo, wenn Baby Knut vor Tausenden von Besuchern zwei Stunden lang im Freien spielen darf. Fünf Aktien gingen an der Börse Berlin/Bremen – die als einzige die tierische Aktie handelt – gestern um, heute waren es bislang acht. Wahrscheinlich handelt es sich bei den Käufern weniger um knallharte Kapitalisten, die von empor schnellenden Besucherzahlen und dem millionenschweren Markenwert von Knut profitieren wollen, den der kleine Bär Experten zufolge verkörpert. Es dürfte sich eher um Liebhaber handeln, die einfach gern „ein Stück Knut“ besitzen wollen.
Als gemeinnütziges Unternehmen ist der Berliner Zoo ohnehin nicht auf dicke Gewinne aus, und hat in den letzten Jahren sogar hohe Verluste geschrieben. 2005 waren es genau 681,50 Euro je Aktie. Und die Einnahmen aus den Markenrechten für Knut sollen allesamt in den Artenschutz gesteckt werden, päppeln also die Bilanz kaum auf.
Übrigens: Während des Börsenbooms von 1999/2000 kostete die Aktie des Zoologischen Gartens Berlin zeitweise zwischen 10.000 und 11.000 Euro, also rund doppelt so viel wie derzeit. Angesichts des riesigen Medienrummels um Knut wäre es kein Wunder, wenn auch diese Kurse noch überwunden würden. Denn wenn Knut knutscht, ist einfach alles möglich.
| Unternehmen | ISIN | Aktuell | Veränderung | Details |
|---|---|---|---|---|
| ZOOLOGISCHER GARTEN... | DE0005031801.BER | 2.701,00 EUR | +/- 0,00 % |




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