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Von Helmut Kipp
Der Pharmahändler
Celesio baut sein Geschäft in den wachstumsstarken Schwellenländern aus. In Brasilien steigen die Stuttgarter über eine Kapitalerhöhung bei dem führenden Großhändler Panpharma ein und übernehmen die Mehrheit.

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat die Wachstumspläne von
Celesio im Inland durchkreuzt. Denn anders als erwartet haben die Richter das in Deutschland geltende Fremdbesitzverbot für Apotheken nicht als Verstoß gegen die Niederlassungsfreiheit gewertet. Damit gilt hier zu Lande die Vorschrift weiter, dass nur Pharmazeuten eine Apotheke führen dürfen. Sie bedeutet das Aus für den geplanten Aufbau von Apothekenketten.
Stattdessen wendet sich
Celesio nun verstärkt ausländischen Märkten wie Brasilien zu. Der Konzern übernimmt über eine Kapitalerhöhung 54 Prozent an Panpharma, der Nummer eins im brasilianischen Pharmagroßhandel.
Celesio hat die Option auf eine vollständige Übernahme. Der Deal passt zur angekündigten Strategie, sich unabhängiger zu machen von staatlichen Eingriffen und vom britischen Markt, und zeigt, das die Umsetzung der „Agenda 2015“ vorankommt.
Brasilien gilt als ein attraktiver Pharmamarkt. Der Datenanbieter IMS zählt die Region zu den Schwellenländern, deren Arzneimittelmärkten bis 2013 Wachstumsraten zwischen 13 und 16 Prozent im Jahr zugetraut werden.
Mit umgerechnet rund einer Milliarde Euro Umsatz kommt Panpharma auf 17 Prozent Marktanteil. Das Unternehmen, das bisher der Familie Panarello gehört, beliefert täglich 30.000 der 52.000 Apotheken in Brasilien. Die Familie Panarello soll eine zentrale Rolle in Geschäftsführung und Aufsichtsrat behalten.
Der MDAX-Titel reagiert heute mit Kursaufschlägen von gut ein Prozent auf die Bekanntgabe der Übernahme. Im Vergleich zum 2007er-Hoch hat
Celesio gut 70 Prozent des Werts verloren. Das sind enorme Einbußen für eine Aktie, die eigentlich als defensiv einzustufen ist, also vergleichsweise wenig unter der globalen Rezession leidet. BÖRSE ONLINE setzt darauf, dass die Serie schlechter Nachrichten allmählich ausläuft. Die Bewertung erscheint bereits attraktiv, wie das Kurs-Gewinn-Verhältnis von weniger als zehn zeigt. Antizyklische Anleger können sich einige Stücke ins Depot legen, auch wenn der Dividendentitel charttechnisch noch einen schwachen Eindruck macht. Zumindest sollte das alte Tief von 13,70 Euro nicht unterschritten werden.
| Unternehmen | ISIN | Aktuell | Veränderung | Details |
|---|---|---|---|---|
| Celesio | DE000CLS1001 | 22,58 EUR | -1,20 % |




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