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Aktien Deutschland & Europa

Führungschaos Warum bei SAP die Fetzen fliegen

[10:00, 09.02.10]

Seite 1 | 2

Frustrierte Mitarbeiter, wenig Innovationen, verärgerte Kunden – Deutschlands größter IT-Konzern braucht die Kehrtwende.


SAP
Intraday3 Monate6 Monate1 Jahr3 Jahre
WKN
716460
Börsenwert
41.685,35 Mio €
KGV 10e
18,89
Aktueller Kurs
34,02 €
Veränd. z. Vortag
0,06 %

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Die Ansage war knapp und klar: "Ich werde alles dafür tun, dass  SAP wieder eine glückliche Firma wird, mit glücklichen Kunden", sagte Hasso Plattner am Montag. Damit hat der SAP-Aufsichtsratschef eingestanden, das der gescheiterte Vorstandschef Léo Apotheker den Softwarekonzern ins Abseits manövriert hat. Und dass  SAP im Vergleich mit den Konkurrenten bedrohlich zurückfällt.

Dabei liegt es gerade einmal zwei Wochen zurück, als Apotheker noch selbstbewusst verkündete:  SAP werde in diesem Jahr beim Umsatz endlich wieder wachsen, und zwar "weltweit, mit neuen Produkten, neuen Segmenten und neuen Ideen". Tatsächlich aber beschäftigt sich  SAP vor allem mit sich selbst. Zahlreiche große Baustellen belasten das Unternehmen.

Mitarbeiterzufriedenheit

Ausgerechnet Apothekers Vorstandskollege Werner Brandt, zuständig für Finanzen und interimsweise für Personal, fand deutliche Worte. Die jüngste Mitarbeiterbefragung habe ein "katastrophales Ergebnis" gezeigt, sagte der Manager in der vergangenen Woche auf einer Mitarbeiterversammlung. Viele Beschäftigte seien unzufrieden, die Konzernstrategie werde nicht schlüssig vermittelt, kritisierten Mitarbeiter.  SAP legt traditionell großen Wert auf eine gute Stimmung unter den Beschäftigten - hängt der Softwareriese doch in einem hohen Maße vom Wissen, der Motivation und dem Einsatz seiner Mitarbeiter ab. Doch der Führungsstil von Apotheker kam nicht an. Es gelang ihm zudem nicht, den schwelenden Konflikt zwischen der deutschen Belegschaft, die oft auf ihre Privilegien pocht, und den weniger statusbehafteten Kollegen aus den USA zu entschärfen.

Stellenabbau/Kostenreduzierung

Dass die Stimmung so mies ist, dürfte auch an dem Sparprogramm liegen. Zum ersten Mal in der 37-jährigen Unternehmens-geschichte gab es einen weitreichenden Stellenabbau - rund 4000 Jobs wurden gestrichen, zahlreiche Vergünstigungen gekappt. In der Wirtschaftskrise gerieten bei  SAP die üppigen Gewinnmargen unter Druck. Apotheker wollte gegensteuern, er exekutierte die unpopulären Maßnahmen und fand dabei nur selten den richtigen Ton. Sogar SAP-Mitgründer Dietmar Hopp rügte die Schritte öffentlich als "hastig und spektakulär".


 

© 2010 ftd

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