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Frustrierte Mitarbeiter, wenig Innovationen, verärgerte Kunden – Deutschlands größter IT-Konzern braucht die Kehrtwende.

Die Ansage war knapp und klar: "Ich werde alles dafür tun, dass
SAP wieder eine glückliche Firma wird, mit glücklichen Kunden", sagte Hasso Plattner am Montag. Damit hat der SAP-Aufsichtsratschef eingestanden, das der gescheiterte Vorstandschef Léo Apotheker den Softwarekonzern ins Abseits manövriert hat. Und dass
SAP im Vergleich mit den Konkurrenten bedrohlich zurückfällt.
Dabei liegt es gerade einmal zwei Wochen zurück, als Apotheker noch selbstbewusst verkündete:
SAP werde in diesem Jahr beim Umsatz endlich wieder wachsen, und zwar "weltweit, mit neuen Produkten, neuen Segmenten und neuen Ideen". Tatsächlich aber beschäftigt sich
SAP vor allem mit sich selbst. Zahlreiche große Baustellen belasten das Unternehmen.
Ausgerechnet Apothekers Vorstandskollege Werner Brandt, zuständig für Finanzen und interimsweise für Personal, fand deutliche Worte. Die jüngste Mitarbeiterbefragung habe ein "katastrophales Ergebnis" gezeigt, sagte der Manager in der vergangenen Woche auf einer Mitarbeiterversammlung. Viele Beschäftigte seien unzufrieden, die Konzernstrategie werde nicht schlüssig vermittelt, kritisierten Mitarbeiter.
SAP legt traditionell großen Wert auf eine gute Stimmung unter den Beschäftigten - hängt der Softwareriese doch in einem hohen Maße vom Wissen, der Motivation und dem Einsatz seiner Mitarbeiter ab. Doch der Führungsstil von Apotheker kam nicht an. Es gelang ihm zudem nicht, den schwelenden Konflikt zwischen der deutschen Belegschaft, die oft auf ihre Privilegien pocht, und den weniger statusbehafteten Kollegen aus den USA zu entschärfen.
Dass die Stimmung so mies ist, dürfte auch an dem Sparprogramm liegen. Zum ersten Mal in der 37-jährigen Unternehmens-geschichte gab es einen weitreichenden Stellenabbau - rund 4000 Jobs wurden gestrichen, zahlreiche Vergünstigungen gekappt. In der Wirtschaftskrise gerieten bei
SAP die üppigen Gewinnmargen unter Druck. Apotheker wollte gegensteuern, er exekutierte die unpopulären Maßnahmen und fand dabei nur selten den richtigen Ton. Sogar SAP-Mitgründer Dietmar Hopp rügte die Schritte öffentlich als "hastig und spektakulär".


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