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Mit einem großen Konzernumbau rüstet sich
Volkswagen zum Angriff auf Branchenprimus
Toyota. Dazu steigt der Konzern auch beim Autozulieferer Karmann ein. Für die Übernahme von
Porsche sind ebenfalls wichtige Hürden genommen.

Mit dem Einstieg beim Osnabrücker Cabriospezialisten Karmann, neuem Spitzenmanagement und der Integration von
Porsche bereitet sich
Volkswagen auf den Kampf mit
Toyota und
General Motors um die Weltmarktspitze vor. Der Aufsichtsrat stimmte zudem der Erweiterung des Vorstandes um Audi-Chef Rupert Stadler zu.
Für das Engagement bei Karmann wird
VW in den kommenden Wochen eine neue Tochtergesellschaft gründen. Sie soll ab 2011 eine Fahrzeugproduktion aufnehmen. Das teilten
VW und die IG Metall am Freitag mit.
Bis 2014 sollen nach den aktuellen Planungen über 1000 Arbeitsplätze gesichtert werden.
VW erwirbt von Karmann Maschinen, Anlagen und Grundstücke. Es sei auch ein neues Fahrzeugprojekt geplant.
IG Metall-Bezirkschef Hartmut Meine sagte, die Gewerkschaft habe eine Grundlagenvereinbarung mit
VW abgeschlossen. "Es waren sehr harte Verhandlungen, in denen wir aber letztlich einen Teilerfolg, mit Licht und Schatten, erzielen konnten: Osnabrück bleibt dank des Engagements von
Volkswagen Automobilstandort und bietet Beschäftigungsperspektiven für die Menschen in der Region."
Welche Perspektiven sich konkret für die Mitarbeiter ergeben, bleibt aber unklar. Die Karmann-Mitarbeiter müssen sich wohl neu bewerben. "Jeder, der in Osnabrück bei Karmann arbeitet, schon seine Kündigung in der Tasche hat oder bereits in einer Transfergesellschaft ist, ist erstmal gleich weit von einem Arbeitsplatz entfernt wie der Frisör von nebenan", sagte der Osnabrücker IG-Metall-Chef Hartmut Riemann.
Derzeit sind beim Osnabrücker Zulieferer noch gut 900 Menschen beschäftigt, die nicht bereits die Kündigung erhalten haben. Davon fertigen 300 Cabriodächer - ein Bereich, an dem
VW kein Interesse haben dürfte. 2007 arbeiteten bei Karmann weltweit noch rund 7000 Menschen.
Der für
VW interessante Bereich Fahrzeugbau ist seit einem halben Jahr geschlossen. Vorbereitungen für ein neues Modell dauern lange. So würden wohl mindestens anderthalb Jahre vergehen, bis dort erneut ein Auto vom Band laufen werde, sagte Riemann. Derzeit benötigt angesichts der weltweiten Absatzkrise ohnehin kein Autobauer zusätzliche Kapazitäten - was sich aber mittelfristig wieder ändern könnte. "2013/14 könnte in Osnabrück wieder eine stattliche Zahl von Mitarbeitern beschäftigt sein", hieß es aus VW-Aufsichtsratskreisen. Die Einigung zum Engagement von
VW bei Karmann wurde möglich, nachdem die Eignerfamilien Battenfeld, Bold und Karmann ihre Blockadehaltung aufgaben. Der Deal drohte lange Zeit an ihren Preisvorstellungen zu scheitern. Sie forderten angeblich gut 60 Mio. Euro für die Immobilien und Maschinen,
VW war aber nur bereit, höchstens die Hälfte zu zahlen.




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