Von Titus Kroder und William MacNamara
Der Minenkonzern Xstrata befürwortet eine Fusion mit dem Rohstoffhändler Glencore. Eine solche Kombination könne "Wert schaffen", sagte Xstrata-Chef Mick Davis.
Noch fänden keine Gespräche über eine Verschmelzung statt. Er wisse jedoch, dass bei Glencore "darüber nachgedacht worden ist", sagte Davis der Financial Times.
Die Äußerungen lassen ein lang diskutiertes Szenario in der Branche wieder aufleben. Der Händler Glencore, einer der weltweit größten Rohstoffbroker, würde mit Xstrata verschmelzen, dem größten Lieferanten von Kraftwerkskohle. Welche Struktur der neue Konzern haben könnte, ist unklar. Fest steht, dass Konkurrenten wie
BHP Billiton neben der Förderung von Vorkommen umfangreiche Handelsgeschäfte mit industriellen Grundstoffen betreiben.
Xstrata ist mit Glencore bereits eng verbunden. Beide Firmen haben ihren Sitz im Schweizerischen Zug und denselben Verwaltungsratsvorsitzenden. Glencore ist mit 35 Prozent Xstrata-Großaktionär und vermarktet einen Teil der Kohle- und Kupferproduktion des Minenbetreibers.
Xstrata-Chef Davis hatte zuletzt vergeblich versucht, mit dem Konkurrenten
Anglo American zu fusionieren. Den von der Wirtschaftskrise beendeten Rohstoffboom hatten viele in der Branche genutzt, um dichter zusammenzurücken. Unter anderem hat
BHP mit
Rio Tinto ein Gemeinschaftsunternehmen in der Förderung von Eisenerz geschaffen.
Glencore braucht dringend Kapital, um weiter wachsen zu können. Erst im Dezember hat der Rohstoffhändler eine Wandelanleihe im Wert von 2,2 Milliarden Pfund begeben, was Spekulationen um eine Fusion mit Xstrata neue Nahrung gegeben hatte.
Einer Fusion von Xstrata und Glencore stehen jedoch Hürden im Weg. "Die Partner des Rohstoffhändlers sind gebunden und können nicht einfach hunderte von Millionen auf den Tisch legen, ohne dabei den Geschäftsertrag zu gefährden", sagte ein mit dem Unternehmen vertrauter Banker. Ein Börsengang von Glencore, der auch durch die Verschmelzung mit der bereits gelisteten Tochtergesellschaft Xstrata möglich wäre, könnte die Lösung sein.
Davis vertrat auch die bisher positivste Einschätzung zur künftigen Branchenkonjunktur. Schwellenländer würden schon bald zum Hauptabnehmer wichtiger Industriegrundstoffe. "Damit ist der mittelfristige Ausblick für das Rohstoffgeschäft sehr vielverspechend", so Davis.
Xstrata zählt zu den größten diversifizierten Bergbaukonzernen der Welt. Die Einschätzung des Unternehmenschefs hat daher branchenweite Relevanz. Gespannt blicken Experten nun auf die Konkurrenten
BHP und
Rio Tinto. Sie werden morgen und übermorgen ihre Markterwartungen veröffentlichen.
"Wir können weiter auf robustes Wirtschaftswachstum in den Schwellenländern bauen", sagte Davis. Vor allem Staaten wie China - das Land war bis zum Ausbruch der Wirtschaftskrise der größte Erzimporteur der Welt - kaufe wieder verstärkte Metalle und andere Grundstoffe.
"Einen so optimistischen Ausblick hat es aus der Branche in den letzten 18 Monaten nicht gegeben", sagte Rebecca O'Dwyer vom Vermögensverwalter Investec Securities. Die gestern von Xstrata vorgelegten Geschäftszahlen spiegeln gleichwohl die zurückliegenden Schwierigkeiten der Minenbetreiber in der Krise. Xstrata meldete für das abgelaufene Geschäftsjahr einen Umsatzrückgang um 16 Prozent auf 23,5 Milliarden Dollar. Der Gewinn fiel vor Steuern um 41 Prozent auf 2,77 Milliarden Dollar.
| Unternehmen | ISIN | Aktuell | Veränderung | Details |
|---|---|---|---|---|
| XSTRATA PLC REGISTERED... | GB0031411001.DE | 13,12 EUR | -0,23 % |




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