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Wenn die Zinsen in allen Laufzeiten gleich sind

[11:10, 11.01.07]


Bei den derzeit gleich hohen Zinsen im kurzen und langen Laufzeitenbereich helfen sowohl Anlegern als auch Darlehensnehmern nur Zinsprognosen weiter. Wie werden sich also die Zinsen am kurzen und wie am langen Ende des Kapitalmarktes künftig entwickeln? Gerade der Privatanleger fragt sich, ob denn eine Anlage in fünfjährigen Pfandbriefen noch lohnt, wenn er für Einjahrestitel die gleichen Zinsen erhält. Aber was ist, wenn der Kampf der Notenbanken gegen die Inflation erfolgreich ist, die Notenbanken lockern und die Zinsen in den kurzen Laufzeiten auf z.B. drei Prozent zurückgeführt werden können? Dann wäre jeder Anleger froh, wenn er sich die vier Prozent Rendite längerfristig gesichert, also Langläufer gekauft hätte.

Etwa umgekehrt könnten die Überlegungen beim Geldnachfrager, dem Häuslebauer, ablaufen. Doch was ist, und dafür spricht auf Sicht durchaus auch einiges, wenn die Zinsen vor allem bei den längeren Laufzeiten sich doch wieder etwas von ihren immer noch fast historischen Tiefständen nach oben bewegen? Dann fühlt sich der Anleger glücklich, der erst einmal in kurzen Laufzeiten überwintert hat und nun in die höher rentierenden längeren Laufzeiten umsteigen kann. Bei den Häuslebauern ist umgekehrt der glücklich, der sein Haus langfristig mit der noch billigen Festzinshypothek finanziert hat. Wenn er dann auch noch den niedrigen Zins zu einer etwas höheren Tilgung genutzt hat, dann juckt ihn der Zinsanstieg wenig und er kann nach 10 oder gar 15 Jahren stolz auf einen bereits mächtigen Abbau seiner Darlehensschuld blicken.

Zudem sollte nicht unerwähnt bleiben: Der klare Renditevorsprung von Pfandbriefen gegenüber den Bundesanleihen von durchschnittlich 0,15 Prozent pro Jahr in allen Laufzeiten, im langen Bereich sogar noch darüber. Das „Gegenargument“, dass Privatanleger Bundesanleihen bei der Bundesschuldenverwaltung kostenlos verwalten lassen können, wohingegen bei der Verwaltung von Pfandbriefen Depotkosten anfallen, die den Renditevorteil auffressen, stimmt nicht (mehr). Denn inzwischen bieten doch einige (Discount-) Banken eine kostenlose Depotverwaltung an, so dass der Renditevorteil der Pfandbriefe gegenüber den „Bunds“, wirklich in der Geldbörse des Anlegers ankommt. Und selbst ein Renditevorsprung von 0,15 Prozentpunkten je Jahr machen in langfristigen Sparprozessen wie z.B. in der Altersvorsorge am Ende erstaunlich viel aus.

Bruno Hidding, Verband deutscher Pfandbriefbanken

© 2007 boerse-online.de

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