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Macht die Abgeltungssteuer Pfandbriefanlagen attraktiver?

[10:23, 03.05.07]


Kapitalerträge, die ab 1. Januar 2009 dem Anleger zufließen, sollen mit einer pauschalen Abgeltungssteuer von 25 Prozent, versteuert werden. Gleiches gilt für Kursgewinne aus Wertpapieren, die nach dem 31. Dezember 2008 erworben wurden. Soweit die offensichtlich feststehenden Fakten. Dazu zwei Anmerkungen: Generell ist die Form einer Abgeltungssteuer aus Vereinfachungsgründen zu begrüßen. Die Höhe von 25 Prozent wird in Finanzkreisen jedoch einhellig als zu hoch – um mindestens 5 Prozentpunkte – erachtet.

Bei den Erträgen aus Pfandbriefen wird sich also erst einmal nicht viel ändern. An der Quelle werden 25 Prozent (plus Solidaritätszuschlag, letztlich also 26,4%) auf den Jahreszins einbehalten, basta. Wer folglich mehr als 25 Prozent Steuern zahlt, profitiert. Vorteil eins. Schon daraus wird vielfach geschlossen, dass z.B. Pfandbriefe gegenüber Aktien durch die Abgeltungssteuer attraktiver werden. Denn bei Aktien entfällt mit der Einführung der Abgeltungssteuer das sog. Halbeinkünfteverfahren, dass also nur die Hälfte der gezahlten Dividende der Besteuerung unterworfen werden muss. Ob daraus wirklich ein relativer Vorteil für Pfandbriefe wird, will der Verband der Pfandbriefbanken, vdp erst einmal abwarten. Denn für die Aktiengesellschaften werden durch die gleichzeitige Unternehmenssteuerreform die Steuersätze gesenkt, was möglicherweise zu höheren Dividenden der Gesellschaften führt. Das könnte für die Aktienanlage generell einen gewissen Ausgleich bringen.

Und die generelle Besteuerung von Kursgewinnen auf neu angeschaffte Aktien empfinden sicher viele Daueraktionäre als sehr ärgerliches Phänomen. Denn für viele Aktionäre war dieser steuerfreie Teil der gesamten Aktienrendite oft wichtiger als die jährlich Dividende. Aber diese langfristig kalkulierende Aktionärsclientel wird voraussichtlich ausgiebig von dem gegebenen zeitlichen Schlupfloch Gebrauch machen, da die Abgeltungssteuer ja nicht auf Gewinne von Aktien anfällt, die vor Ende 2008 erworben wurden. Bis Ende 2008 werden folglich viele Aktienfans tüchtig – die richtigen, langfristig erfolgversprechenden – Aktien ins Depot nehmen, evtl. auch zu Lasten ihres bisherigen Mix mit Pfandbriefen, also ihre Aktienquote nach oben fahren. Das könnte dem Pfandbrief bzw. festverzinslichen Werten generell erst einmal auf die Butterseite schlagen. Im Laufe der folgenden Jahre sollten diese Investoren jedoch aus den erhaltenen Dividendenzahlungen und evtl. steuerfreien Veräußerungsgewinnen ihren optimalen Mix zwischen Aktien und Pfandbriefen wieder herstellen, evtl. nun sogar mit einer gewissen Verschiebung hin zu dem steuerlich jetzt etwas besser dastehenden Pfandbrief.

Bruno Hidding, vdp

© 2007 boerse-online.de

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