Die Auktionen Spaniens und Italiens gingen laut Frank Laufenburg, Anleiheexperte von SEB
Asset Management, dank billigen Notenbankgeldes gut über die Bühne. Wie er die Länder im Vergleich einschätzt.
Herr Laufenburg, geht die Strategie
der Europäischen Zentralbank
auf, über billige Liquidität
für Banken die Refinanzierung der
Krisenländer zu gewährleisten?
Frank Laufenburg: Die extremen Liquiditätsspritzen
der EZB haben einen
guten Teil dazu beigetragen, dass die
Auktionen Italiens und Spaniens am
Donnerstag gut gelaufen sind. Ähnliches
gilt für die vorhergehenden Anleiheemissionen.
Kaufen Investoren
Anleihen mittlerer Laufzeit, so ist dies
ein Indikator für das Vertrauen in ein
Land. Ich glaube daher nicht, dass es
bei den weiteren Auktionen zu
schwerwiegenden Problemen kommt
und beide Länder daher ihre Refinanzierung
stemmen können.
Wer hat Ihrer Einschätzung nach
die Papiere gekauft?
Laufenburg: Wir wissen nicht, ob es die
Banken waren. Zu vermuten ist aber,
dass Inländer noch stärker als sonst
gekauft haben. An ausländische Investoren
gehen normalerweise nur jeweils
gut 40 Prozent der spanischen
und italienischen Anleihen. Die Banken
haben auch Eigeninteresse daran,
dass ihr Heimatland Geld am Markt
bekommt: Könnte sich Italien nicht
mehr refinanzieren, so würden auch
die dortigen Banken kein Geld mehr
von Investoren bekommen.
Spanien kann sich günstiger refinanzieren
als Italien. Wie schätzen
sie die Länder im Vergleich ein?
Laufenburg: Die beiden Länder gehören
nicht in die gleiche Klasse. Spanien
hat eine deutlich höhere Bonität
als Italien, was die Investorenschaft
inzwischen auch sieht. Spanien ist
deutlich niedriger verschuldet, und
seine politischen Verhältnisse sind
viel klarer. Wir sind im Vergleich zu
den wichtigen Indizes bei spanischen
Staatsanleihen übergewichtet und
halten eher mittlere Laufzeiten, bei
italienischen Papieren sind wir untergewichtet
und setzen auf kurze Laufzeiten.
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