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Bonds Bankanleihen gewinnen an Zuspruch

[15:53, 09.02.12]


Die Kapitalspritze der Europäischen Zentralbank entfacht eine Rally bei Finanzpapieren. Die Emissionstätigkeit im Januar war so hoch wie seit sechs Monaten nicht mehr.


Investoren fassen wieder Vertrauen in Europas Banken. Die Risikoaufschläge auf Anleihen des Finanzsektors sanken in den vergangenen Wochen deutlich. Die Prämien für Kreditausfallversicherungen auf europäische Institute gingen ebenfalls zurück (siehe Grafik). Analysten sehen wieder Kaufgelegenheiten bei europäischen Bankanleihen. So empfehlen die Experten der LBBW Anlegern, Finanzpapieren ein größeres Gewicht in den Portfolios einzuräumen.

Die Furcht vor Finanzierungsproblemen von Staaten wie Italien und Spanien hatte die Risikoaufschläge für Bankanleihen sowohl aus Peripherie- als auch aus Kernländern wie Frankreich in die Höhe getrieben. Ende vergangenen Jahres stellte dann die Europäische Zentralbank (EZB) den Geldhäusern über eine dreijährige Einlage 500 Mrd. Euro an Kapital zur Verfügung. Dies dämpfte die grassierende Furcht vor einem Bankenkollaps auf dem Kontinent. „Die technische Unterstützung durch die EZB ist eine der Ursachen für die Rally bei Bankanleihen“, sagt Rolf Schäffer, Leiter der Kreditstrategie der LBBW. Hinzu kämen die Ergebnisse des EUGipfels. „Der beschlossene Fiskalpakt ist der erste glaubhafte Schritt in die richtige Richtung.“ Schließlich deuteten auch die aktuellen US-Konjunkturzahlen und Frühindikatoren auf eine Entspannung hin. „Es sieht nicht mehr nach dem totalen Absturz der Weltwirtschaft aus“, so Schäffer.

In der Folge leihen sich die Finanzhäuser wieder untereinander Geld. „Die Emissionstätigkeit im Januar hat stark zugenommen“, sagt Schäffer. Das Volumen sei so hoch wie seit sechs Monaten nicht mehr. „Zuvor war der Markt praktisch tot.“ Sogar italienische und spanische Institute wie zuletzt die BBVA platzieren wieder Bonds bei Anlegern. „Investoren öffnen sich den Peripherieländern, da sie auf der Suche nach Rendite sind“, sagt Schäffer. Im Schnitt bieten Bankanleihen mit fünf Jahren Laufzeit aktuell fast einen Prozentpunkt mehr Zins als Unternehmensanleihen und drei Prozentpunkte mehr als Staatspapiere.

Ein Ende der Rally fürchtet LBBWStratege Schäffer vorerst nicht. Zumal die EZB erneut Geld in den Markt pumpen will und Finanzhäuser weitere 500 Mrd. Euro bei der Notenbank kurzfristig zu niedrigen Zinsen parken. Dieses Geld dürften die Häuser nach und nach abziehen und am Markt anlegen. Eine Zuspitzung der Probleme in Griechenland oder Portugal könnte aber zu erneuten Verwerfungen führen, warnt Schäffer. „Der zentrale Punkt ist jedoch, dass Spanien und Italien stabilisiert werden können.“

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© 2012 ftd

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