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Bonds Starke Unternehmensanleihen aus schwachen EU-Ländern

[17:10, 08.02.12]


EU-Sorgenkinder wie Spanien oder Portugal bereiten Anlegern seit Monaten Bauchschmerzen. Bei Unternehmensanleihen sollten sich Investoren aber nicht von den Schreckensnachrichten ins Bockshorn jagen lassen.


„Wer sich fundamental gut aufgestellte Firmen herauspickt und starke Marktschwankungen erträgt, kann auch mit Unternehmen aus südeuropäischen Ländern ordentlich punkten“, sagt LBBW-Spezialist Gerhard Wolf. Verlockend sei vor allem die höhere Rendite, die Firmen aus Ländern am Rand der Euro-Zone im Vergleich zu Konzernen aus Kernländern bieten.

Telefonica

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Um sich an den Anleihen nicht die Finger zu verbrennen, ist nach Ansicht von BayernLB-Experte Miraji Othman wichtig, dass die Abhängigkeit des Konzerns vom Heimatmarkt gering ist. Für NordLB-Analyst Matthias Kreie bieten gerade spanische und für risikofreudigere Anleger portugiesische Firmen große Chancen, weil sie nennenswertes Geschäft in der Wachstumsregion Lateinamerika haben. Die wirtschaftliche Verfassung der Sorgenländer sollte nicht automatisch mit der Ertragskraft der Unternehmen gleichgesetzt werden. Einen Blick wert sind in Spanien aus seiner Sicht etwa der Versorger Endesa und die O2-Mutter  Telefónica, die beide stark in Südamerika aktiv sind. Ähnliches gelte für Energias de Portugal (EDP), sagt Kreie. Auch Portugal Telecom bescheinigt der Fachmann noch ein ausbaufähiges Geschäft im portugiesischsprachigen Ausland.

Telefónica und Endesa werden bei S&P mit „BBB+“ und „A–“ bewertet, Spanien liegt trotz der jüngsten Herabstufung mit „A“ noch darüber. EDP und Portugal Telecom haben dagegen ein besseres Rating als der Staat, nachdem S&P Portugal mit „BB“ auf Ramschniveau herabgestuft hat. Mit „BB+“ ist aber auch die Kreditwürdigkeit der beiden Firmen im High-Yield- Bereich, in dem Anleger mit einer höheren Ausfallwahrscheinlichkeit der Anleihen rechnen müssen. Für den Investor hat das größere Ausfallrisiko aber einen entscheidenden Vorteil: Er kann auf höhere Renditen setzen. EDP-Papiere mit Laufzeit bis 2017 bringen 10,8 Prozent, mit „A“ bewertete Eon-Anleihen kommen nur auf eine Rendite von 2,3 Prozent.


 

© 2012 Reuters, © Illustration: Getty Images = Getty Images

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