„Wer sich fundamental gut aufgestellte
Firmen herauspickt und starke
Marktschwankungen erträgt, kann
auch mit Unternehmen aus südeuropäischen
Ländern ordentlich punkten“,
sagt LBBW-Spezialist Gerhard
Wolf. Verlockend sei vor allem die höhere
Rendite, die Firmen aus Ländern
am Rand der Euro-Zone im Vergleich
zu Konzernen aus Kernländern bieten.
Um sich an den Anleihen nicht die
Finger zu verbrennen, ist nach Ansicht
von BayernLB-Experte Miraji
Othman wichtig, dass die Abhängigkeit
des Konzerns vom Heimatmarkt
gering ist. Für NordLB-Analyst Matthias
Kreie bieten gerade spanische
und für risikofreudigere Anleger portugiesische
Firmen große Chancen,
weil sie nennenswertes Geschäft in
der Wachstumsregion Lateinamerika
haben. Die wirtschaftliche Verfassung
der Sorgenländer sollte nicht automatisch
mit der Ertragskraft der Unternehmen
gleichgesetzt werden. Einen
Blick wert sind in Spanien aus seiner
Sicht etwa der Versorger Endesa und
die O2-Mutter
Telefónica, die beide
stark in Südamerika aktiv sind. Ähnliches
gelte für Energias de Portugal
(EDP), sagt Kreie. Auch Portugal Telecom
bescheinigt der Fachmann noch
ein ausbaufähiges Geschäft im portugiesischsprachigen
Ausland.
Telefónica und Endesa werden bei
S&P mit „BBB+“ und „A–“ bewertet,
Spanien liegt trotz der jüngsten Herabstufung
mit „A“ noch darüber. EDP
und Portugal Telecom haben dagegen
ein besseres Rating als der Staat,
nachdem S&P Portugal mit „BB“ auf
Ramschniveau herabgestuft hat. Mit
„BB+“ ist aber auch die Kreditwürdigkeit
der beiden Firmen im High-Yield-
Bereich, in dem Anleger mit einer höheren
Ausfallwahrscheinlichkeit der
Anleihen rechnen müssen. Für den Investor
hat das größere Ausfallrisiko
aber einen entscheidenden Vorteil: Er
kann auf höhere Renditen setzen.
EDP-Papiere mit Laufzeit bis 2017
bringen 10,8 Prozent, mit „A“ bewertete
Eon-Anleihen kommen nur auf
eine Rendite von 2,3 Prozent.
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