Die Fachleute der Anleiheboutique Bantleon aus Hannover rechnen mit fallenden Kursen bei Bundesanleihen. "Wir haben den Eindruck, dass dem Aufwärtstrend die Luft ausgeht", sagte Bantleon-Chefvolkswirt Harald Preißler. Eine neue Fluchtwelle in Bundesanleihen werde es in den kommenden Wochen nicht geben. Weder der unerwartete Rückgang der Auftragseingänge der deutschen Industrie noch der Einbruch des französischen Geschäftsklimas hätten zu weiteren Kurssteigerungen bei den Bundespapieren geführt. Normalerweise schichten Investoren bei solchen Nachrichten von Aktien in Anleihen um. Dies führt dann zu steigenden Anleihekursen und im Gegenzug zu fallenden Renditen. In den vergangenen Monaten hatten viele Anleger ihr Geld in Bundesanleihen investiert und die Renditen der Papiere mit zehnjähriger Laufzeit auf ein Rekordtief von etwa 2,5 Prozent gedrückt. Aktuell beträgt die Rendite zehnjähriger Anleihen 2,61 Prozent.
Für Entspannung an den Anleihemärkten spreche auch, dass die hochverschuldeten Länder Griechenland und Spanien zuletzt ohne Schwierigkeiten neue Bonds begeben konnten, so Chefvolkswirt Preißler. Der Experte ist überzeugt, dass die Attraktivität von Bundesanleihen in den kommenden Wochen stark leiden wird. Denn für viele Anleger rückt wieder die Rendite anstelle des Risikos in den Vordergrund. Und da haben Bundesanleihen starke Konkurrenz. Anleihen mit kurzer Laufzeit können Anleger durch Geldmarktpapiere ersetzen, Bundesanleihen mit längeren Laufzeiten durch höherverzinsliche Unternehmensanleihen.
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