Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) dämpft in ihrem aktuellen Konjunkturausblick die Hoffnung auf eine deutliche Besserung der wirtschaftlichen Lage in Europa. "Das Glas ist mehr als halb leer", schrieb S&P-Chefökonom Jean-Michel Six. Das Wachstum in Europa werde 2010 und im ersten Halbjahr 2011 deutlich unter dem allgemein erwarteten Trend liegen, so Sixt. 2010 rechnet S&P mit einer Zunahme des Bruttoinlandsprodukts in der Euro-Zone um 1,2 Prozent, für Deutschland erwartet die Ratingagentur ein Wachstum von 1,5 Prozent.
Völlig schwarz sehen die S&P-Analysten die wirtschaftliche Lage im Euro-Raum zwar nicht. So schätze man, dass der Welthandel in diesem Jahr um sieben Prozent zulegen werde, was auch Europa zugute komme. Dieses Plus sei aber vor allem der hohen Nachfrage aus China und anderen asiatischen Ländern zu verdanken. Der hohe Bedarf der Schwellenländer allein reiche nicht aus, um den Aufschwung in Europa zu festigen, so Chefökonom Six. Dass 2010 zudem die Stützungsmaßnahmen vieler Regierungen auslaufen, erschwert aus Sicht der S&P-Analysten die Situation zusätzlich. Auch erhielten Unternehmen und Privathaushalte weiterhin nur unter schwierigen Bedingungen Kredite.
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