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Pimco-Anleihefonds Der König ist tot, es lebe der König

[15:20, 06.01.12]

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Die Anleger fliehen in Massen aus dem jahrelang erfolgreichen Total-Return-Anleihefonds des legendären Pimco-Gründer Bill Gross. Davon profitieren kann ein Wettbewerber, der erst seit Kurzem am Start ist: Jeffrey Gundlach.


Bislang trug Bill Gross den Titel des Anleihekönigs mit Stolz – und zu Recht. Doch jetzt wackelt der Thron des jahrelang so erfolgreichen Gründers der kalifornischen Fondsgesellschaft Pacific Investment Management Company (Pimco), die zum Allianz- Konzern gehört, bedenklich – manche sagen gar, der Machtwechsel sei bereits vollzogen: Denn wie aus Daten der Ratingagentur Morningstar hervorgeht, zogen Anleger 2011 rund 5 Mrd. Dollar (3,8 Mrd. Euro) aus Gross’ Total-Return-Fonds ab – Abflüsse hatte der auf Staatsanleihen spezialisierte Fonds zuletzt 1993 verzeichnet.

Jeffrey Gundlach, Manager des Doubleline Total Return Funds

 Jeffrey Gundlach, Manager des Doubleline Total Return Funds

Besser machte es Jeffrey Gundlach. Sein Doubleline  Total Return Fund sammelte 10,6 Mrd. Dollar ein und verdreifachte sein Volumen binnen einem Jahr. Überhaupt zog kein anderer der großen USAnleihefonds mehr Geld an – und das, obwohl Gundlachs Fonds erst seit April 2010 existiert. Auch bei der Rendite glänzt der Doubleline-Fonds: Nach eigenen Angaben erwirtschaftete er auf Jahressicht 9,2 Prozent. Kein Wunder also, dass das US-Anlegermagazin „Barron’s“ Gundlach bereits Anfang 2011 zum neuen Anleihekönig ausgerufen hatte.

Etwas voreilig vielleicht, denn noch ist Gross’ Total-Return-Fonds mit 240 Mrd. Dollar Vermögen der weltgrößte Anleihefonds und Flaggschiff von Pimco. Insgesamt haben die Kalifornier sogar rund 1300 Mrd. Dollar für Kunden angelegt. Dagegen wirken die 22 Mrd. Dollar unter dem Dach von Doubleline wie Peanuts, zumal 15 Mrd. Dollar allein in Gundlachs Total-Return-Fonds stecken. Aber Größe allein hilft nicht, wenn nichts dabei verdient wird.

Zudem spiegelt der unterschiedliche Erfolg die Verwerfungen an den Anleihemärkten. Denn Pimcos Misserfolg lässt sich auf einen Nenner bringen: Ab dem Jahresbeginn 2011 verringerte Gross sukzessive seine Bestände an US-Staatsanleihen, während Gundlach an ihnen festhielt. Seinen unpatriotischen Rückzug begründete Gross seinerzeit mit der hohen Verschuldung der USA und der Gefahr, dass das Land erstmals seinen Status als Topschuldner mit der Bonitätsnote „AAA“ verlieren könnte, was US-Staatsanleihen auf lange Sicht wertlos mache.

Mit den beiden ersten Einschätzungen behielt Gross recht: Im Sommer schrammten die USA an einer Staatspleite vorbei, noch immer gibt es kaum Aussicht auf Besserung. Zudem kassierte die Ratingagentur Standard & Poor’s das Gütesiegel „AAA“ und stufte die Staaten tatsächlich herab.

Nächster Abschnitt: Teil 2: Wie Bill Gross sich irrte


 

© 2012 ftd, © Illustration: Bloomberg

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