So stark waren die europäischen Länder zu Jahresanfang noch nie am Markt für Staatsanleihen aktiv: Die Menge neuer Bonds hat ein Rekordniveau erreicht.

Europas Staaten haben zu Anfang eines Jahres noch nie soviel neue Schulden aufgenommen wie 2010: Über Staatsanleihen sammelten die europäischen Regierungen nach Angaben des Datenanbieters Dealogic bis Mitte Februar rund 306 Milliarden Dollar bei ihren Gläubigern ein. Das entspricht einer Steigerung von fast 25 Prozent im Vergleich zu 2009. Damals hatten die Staaten zu diesem Zeitpunkt erst 248 Milliarden Dollar über die Ausgabe neuer Anleihen eingesammelt. Sowohl die Zahlen von 2010 als auch von 2009 sind jedoch außergewöhnlich hoch: Seit 1995 übertraf das Volumen neu aufgenommener europäischer Staatsschulden zu Jahresanfang nie die Grenze von 300 Milliarden Dollar, nur zweimal lag es über der Schwelle von 200 Milliarden Dollar. Die größte Bondemission des Jahres hat bislang Griechenland begeben: Über die Anleihe sammelte das angeschlagene südeuropäische Land eine Summe von rund 11,3 Milliarden Dollar ein.
Das Rekordvolumen neuer Staatsanleihen besorgt viele Investoren. Bei Staatsanleihen aus den hoch verschuldeten Ländern Griechenland, Portugal, Italien, Irland und Spanien sollten sich sicherheitsbewusste Privatanleger darum derzeit zurückhalten. Noch ist nicht geklärt, in welcher Form andere Mitglieder der Euro-Zone dem angeschlagenen Süden zur Hilfe eilen werden.
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