Griechenland muss sich weitgehend selbst aus seiner schwierigen finanziellen Lage befreien, wenn es seine Ratingnote nicht in Gefahr bringen möchte. Dies ist die wichtigste Aussage eines Berichtes der Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) zur Lage in Griechenland, den S&P Ende Februar veröffentlichte. Darin schreiben die Analysten zwar, dass finanzielle Hilfe von außen den Griechen den notwendigen Spielraum gebe, um eine Politik der Haushaltskonsolidierung durchzusetzen. Solch finanzielle Unterstützung habe aber auf die Bewertung der griechischen Bonität keinen entscheidenden Einfluss. Um die Ratingnote zu halten, müsse die griechische Regierung vielmehr den politischen Willen und die Fähigkeit zeigen, ihre Sparpolitik umzusetzen.
Mit ihrem Bericht machen die S&P-Analysten klar, dass eine Rettung des hochverschuldeten Griechenland aus ihrer Sicht nicht allein von außen kommen darf. Allerdings zeigte sich David Beers, Chef der Abteilung für Staatsratings bei S&P, zuversichtlich, dass die griechische Regierung die Probleme lösen werde: „Das politische Ansehen der griechischen Regierung ist noch immer sehr hoch, wenn man den jüngsten Umfragen Glauben schenkt", sagte er der Nachrichtenagentur Reuters in Singapur.
S&P bewertet griechische Anleihen derzeit mit der Note „BBB+“. Damit zählen griechische Staatsanleihen zwar immer noch zu der als solide geltenden Investitionsklasse, sind aber deutlich schlechter bewertet als die Bonds anderer Euro-Staaten und zudem nur drei Notenstufen vom spekulativen Bereich entfernt. Eine Herabstufung käme Griechenland teuer zu stehen: Zum einen müsste das Land Investoren noch einmal deutlich höhere Renditeaufschläge bieten als bisher. Zum anderen dürfte eine Herabstufung eine Verkaufswelle bei griechischen Staatsbonds auslösen.
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