
Kleine SUVs liegen im Trend. Mit dem Qashqai hat sich auch Nissan in die Kompaktklasse gewagt. BÖRSE ONLINE testet den großen Dieselmotor.
Anlageklasse: Crossover der unteren Mittelklasse
Emissionsdaten / Ausgabepreis: ab 20.190 Euro (Qashqai 1.6) / Testwagenpreis: ab 32.340 Euro (Qashqai 2,0 dCi AT 4WD tekna)
Der Vierzylinder-Ottomotor leistet aus 1994 cm³ Hubraum 150 PS. Das maximale Drehmoment von 320 Nm wird bei 2000 Umdrehungen pro Minute erreicht. Laut Werksangaben verbraucht das Fahrzeug im Durchschnitt als Automatik 7,2 Liter, im Stadtverkehr sind es 10,8 Liter. Die CO2-Emission beträgt 208 g/km.
Erstnotiz: seit Februar 2007 beim Händler
Investmentstory:
Fantasie oder Realität – diese Frage stellt sich auch bei der Namensgebung eines Fahrzeugs. Nissan hat sich bei seinem kleinen SUV für Qashqai entschieden. Wer an dem Verstand der Namensgeber zweifelt, der Qashqai ist keine erfundene Wortkreation. Benannt ist er nach einem durch die Wüste ziehenden Nomadenstamm, der am Rande des Zagros-Gebirges im Südwesten des Iran lebt. Laut Nissan wird er „Kasch-Kai“ ausgesprochen.
Soweit zu den Rahmenbedingungen. Die Marketingabteilung von Nissan bezeichnet den Crossover wie folgt: „Der Qashqai ist etwa so groß wie eine konventionelle Kompaktlimousine, jedoch kleiner als ein typischer SUV der Kompaktklasse.“ In Zahlen ausgedrückt heißt dies: 4,31 Meter Länge, 1,78 Meter Breite und knapp 1,61 Meter Höhe. Zum Vergleich der neue Golf VI, der genauso breit ist, allerdings elf Zentimeter kürzer und 13 Zentimeter flacher. In der Relation sticht somit insbesondere die Höhe ins Auge, die sich positiv auf die Rundumsicht auswirkt. Im Vergleich zu einer Limousine sitzt der Fahrer 15 Zentimeter höher und auch die Bodenfreiheit von 200 Millimetern ist sicherlich kein Nachteil, wenn einmal ein Bordstein überquert wird. Damit gilt er als 100 Prozent „urbanproof“.
In der Stadt ist auch sein Zuhause, das verhehlen die Japaner gar nicht erst. Es gilt, mit diesem Crossover den Geschmack der Städter zu wecken, die aus dem Einheitsbrei der Kompaktklasse entfliehen wollen. Auf diesen Zug sind aber einige Hersteller aufgesprungen – die kleinen SUVs sind im Kommen; sei es der
VW Tiguan, der Opel Antara oder der
BMW X1, der bald vor den Haustüren parken dürfte.
Über das Design gibt es geteilte Meinungen: Von „sehr gefällig und nett anzusehen“ bis zu „glatt gebügelt ohne Ecken und Kanten“ driften sie auseinander. Aus meiner Sicht ist der Nissan sehr gelungen – vorne mit einer eigenständigen Schnauze, hinten mit einer gefälligen Linienführung.
Weniger beeindruckend ist das Interieur, es beinhaltet kaum Neuerungen. Positiv allerdings, dass sich der Fahrer schnell zurechtfindet und kaum Fragen offen bleiben. Bis auf das Intelligent Key System, das Serie beim Modell Tekna ist. Zum Starten muss der Drehschalter betätigt werden – wer dabei allerdings vergisst, die Bremse zu treten, bekommt nicht gerade dezente akustische Hinweise, dies doch bitte zu machen. Insgesamt wäre hier ein Startknopf die bessere Lösung gewesen. Überzeugend in dieser Top-Ausstattung ist das riesige Panoramadach (ansonsten Aufpreis von 750 Euro), das im Tekna Serie ist.
Mit der stärksten Motorisierung kommt der 1,5 Tonner (Leergewicht) zügig voran. Als Automatikversion beschleunigt innerhalb von 12,0 Sekunden auf Tempo 100 und ermöglicht ein Top-Speed von 185 km/h. Eine Sekunde schneller in der Beschleunigung und fünf km/h mehr Endgeschwindigkeit ermöglicht der Schalter.
Während der Kofferraum kaum die Räumlichkeiten einer Kompaktklasse übersteigt, kann der Nissan mit seinem Raumangebot in der Fahrgastzelle punkten. Nicht nur die erhöhte Sitzposition gefällt, sondern auch die Arm- und Beinfreiheit sowohl in Reihe eins als auch im Fond.
Wer einsteigen sollte:
Nissan zielt mit dem unaussprechlichen Fahrzeug bewusst auf die Kompaktklasse, die auch als Golf-Klasse gilt – und damit den Bestseller im Autobereich stellt. Mit den Qashqai sollen die Kunden angesprochen werden, die ein Auto mit kompakten Abmessungen wünschen, zugleich aber auch einen kleinen SUV schätzen. So stellt sich der Japaner auch preislich mittig auf: Für einen Kompaktwagen ist er nicht gerade günstig, für einen SUV allerdings auch finanziell interessant. Insgesamt ein gefälliges Auto mit sehr kurzer Eingewöhnungszeit für den Fahrer. Leider – aus Sicht von Nissan zumindest – ist auch das Crossover-Segment mittlerweile hart umkämpft. Dennoch ist der Qashqai eine interessante Alternative.
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