Noch immer schwelen einige Lehman-Prozesse, da droht der Hamburger Sparkasse (Haspa) ein weiteres Scharmützel. Mehrere Anleger haben sich an die Verbraucherzentrale Hamburg gewendet. Der Grund: Eine als sicher angepriesene Anlage war quasi wertlos geworden. Erste Entschädigungen haben bereits stattgefunden, die Verbraucherschützer pochen auf eine Regelung, die für alle Betroffenen gilt.
100 Euro investiert 2,62 Euro ausgezahlt
"Kein Wort der Erklärung oder des Bedauerns über diesen völlig unerwarteten und dramatischen Verlust. Erst auf Nachfragen wurde ein Stapel Papier zur Verfügung gestellt, der die Emissionsbedingungen enthielt“ sagt Gabriele Schmitz von der Verbraucherzentrale Hamburg. Die
UBS kann sich wahrscheinlich schadlos halten: Die Regeln sind schwarz auf weiß dokumentiert und sowohl die Bedingungen in Kurzform als auch der Verkaufsprospekt sind auf Internetseite der
UBS zu finden. Auch die vorzeitige Rückzahlung ist nicht zu beanstanden. Die
UBS hätte gemäß den Emissionsbedingungen auch noch bis 2011 damit warten können. Dann hätten die Kunden allerdings auch nicht mehr Geld bekommen.
Die Verbraucherzentrale kritisiert, dass die Berater nicht auf die Risiken der Anlage hingewiesen hätten. Die Betroffenen sollen in der Regel erfahrener sein, als die klassischen Lehman-Opfer. Bei ihnen hatte es sich meist um Rentner gehandelt, die zuvor nur in Festgelder investiert hatten. Für Edda Castelló von der Verbraucherzentrale ist dies aber nicht der springende Punkt, da den Anlegern eine Sicherheit versprochen wurde, die es gar nicht gegeben habe. Zwar mussten in der Finanzkrise auch Aktienanleger hohe Verluste einstecken, doch Zertifikate, bei denen die Höhe der Rückzahlung von der Wertentwicklung des schlechtesten Titels in einem Aktienkorb abhängt, sind riskanter als Papiere auf einen einzelnen Basiswert. Hier bleibt zu klären ob die Berater der Haspa Fehler gemacht haben. Die Bank weißt die Anschuldigungen der Verbraucherzentrale von sich und verweist auf den Verkaufsprospekt und die Beratung. Laut Verbraucherzentrale hat sich Bank bereits mit zwei Geschädigten geeinigt. Die Anleger bekommen 50 Prozent ihres Schadens ersetzt. Die Verbraucherzentrale fordert von der Haspa eine Entschädigung für alle Kunden. "Wir befinden uns mit einigen Kunden im Gespräch", sagte Haspa-Sprecherin Stefanie von Carlsburg. Die Bank sei offen für Gespräche mit den Betroffenen.
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