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Finanzdienstleister Der Weg zum besten Bank-Berater

[14:12, 25.02.10]

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Unabhängige Finanzdienstleister profitieren von der Vertrauenskrise der Banken. Die Zahl der freien wächst ständig. BÖRSE ONLINE gibt einen Überblick über den Markt und sagt, wie Sie gute von schlechten Anbietern unterscheiden.


Leben Sie, wir kümmern uns um die Details“, mit diesem Slogan ging die frisch fusionierte HypoVereinsbank (HVB) im Jahr 1998 an den Start. Das Bild überzeugte: Der Kunde legt die Füße hoch, der Banker pflegt und mehrt das Vermögen. Heute, zwei Börsencrashs und einige Skandale später, würde jede Bank, die wie damals die HVB die Wohlfühlkarte spielt, wohl ausgelacht. Denn das Image der Branche ist spätestens seit der Pleite von Lehman Brothers massiv angekratzt. Banken gelten mittlerweile mehr als Verkäufer denn als Berater.

Den Wunsch, sich nicht um seine Finanzen kümmern zu müssen, gibt es allerdings immer noch. Dessen Erfüllung versprechen nun unabhängige Finanzdienstleister. Mit Erfolg: Der Verband unabhängiger Vermögensverwalter (VUV) verzeichnet stetig wachsende Mitgliederzahlen. Inzwischen hat er mehr als 200 angeschlossene Unternehmen, die gemeinsam gut 40 Milliarden Euro an Kundenvermögen verwalten – Tendenz stark steigend. „Von der Vertrauenskrise der Banken haben vor allem etablierte unabhängige Vermögensverwalter profitiert“, sagt VUV-Justiziar Nero Knapp. Der wachsende Markt wird allerdings auch zunehmend unüberschaubar: Neben den Großen, Bekannten wie Jens Ehrhardts DJE oder den Kölnern Flossbach & von Storch gibt es ein ganzes Universum von etwa 600 Vermögensverwaltern, schätzungsweise mehr als fünfmal so vielen Finanzvermittlern und Hunderten anderer Berater, die sich mehr oder minder unabhängig von Banken um das Geld von Anlegern kümmern – schwarze Schafe inklusive.

Verwirrende Varianten

Verwalter, Vermittler, Berater: Die Berufe im Bereich der Vermögensverwaltung sind vielfältig, die Grenzen sind fließend. Ein Überblick über die wichtigsten Namen.

Vermögensverwalter unterstehen als Finanzportfolioverwalter der Aufsicht der BaFin und handeln treuhänderisch nach einem Vermögensverwaltungsvertrag. Diese Berufsgruppe berät in allen Finanzfragen, allerdings oft nicht im Bereich Versicherung und Vorsorge. Sie dürfen keine Kundengelder annehmen, müssen mit Partnerbanken zusammenarbeiten

Certified Financial Planner (CFP) erstellen wie Vermögensmanager einen Vermögensplan, in dem auch Versicherungen und andere Vorsorgeaspekte eine Rolle spielen. Sie bieten keine kontinuierliche Beratung, sondern sind geschult, in bestimmten Vermögensphasen zu beraten. Einige Vermögensverwalter sind auch CFP.

Fondsvermittler beraten zu Investmentfonds und vermitteln Anteile an diesen. Sie verdienen an den Provisionen, die sie aber offenlegen müssen.

Honorarberater verdienen anders als Fondsvermittler nur durch ihre Beratungsleistung. Provisionen reichen sie an ihre Kunden weiter.



Keine leichte Aufgabe für Interessenten, sich einen Überblick zu verschaffen. BÖRSE ONLINE bietet einen Wegweiser durch diesen Irrgarten und erklärt, für wen sich ein unabhängiger Vermögensverwalter lohnt – und wie Kunden gute von schlechten Anbietern unterscheiden können. Längst ist klar, dass sich Vermögensverwaltung nicht nur an die oberen Zehntausend richtet. „Wer sich mit Finanzthemen nicht beschäftigen will, kann sein Vermögen in die Hände von Vermögensverwaltern geben“, sagt Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Laut seiner Erfahrung bieten Vermögensverwalter ihre Dienste in der Regel ab einem Vermögen von 100 000 Euro an. Dies sei jedoch kein allgemeiner Richtwert – es gebe selbst Anbieter, die ab 5000 Euro eine individuelle Betreuung versprechen. Für Jörg Richter, dessen Institut für Qualitätssicherung Finanzdienstleister überprüft, lohnt sich die individuelle Vermögensverwaltung aber erst ab mindestens einer Million Euro. „Beträge darunter rechtfertigen den Aufwand nicht“, meint er. Doch auch hier gibt es eine Lösung: Für Kunden mit kleinerem Vermögen bieten viele Verwalter spezielle Fonds an, die nach gleichen Grundsätzen gemanagt werden.


 

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