Nachrichten

Privatanleger Deutsche sind und bleiben Aktienmuffel

[07:55, 18.08.11]


Nicht mal 13 Prozent der Bundesbürger halten direkt oder indirekt Firmenanteile. Damit sind sie im weltweiten Vergleich Aktienskeptiker - trotz zuletzt leicht steigender Akzeptanz.


Die Zahl der Aktionäre und Besitzer von Fondsanteilen in Deutschland ist im ersten Halbjahr 2011 zwar leicht gestiegen. Langfristig geht der Trend aber dahin, dass immer mehr Bundesbürger die Finger von Aktien lassen. Das geht aus einer Studie des Deutschen Aktieninstituts (DAI) hervor. Sie fußt auf Umfragen bei insgesamt 26.400 Anlegern und auf Zahlen der Deutschen Bundesbank.

Die mangelnde Akzeptanz deutscher Privatanleger schlägt sich demnach auch in einem starken Abzug von Ersparnissen aus der Anlageform Aktie nieder: In 16 von 21 Quartalen zwischen Ende 2006 und 2010 haben sie netto Aktien für 71,7 Mrd. Euro verkauft. Nur in fünf Quartalen kam es zu Nettokäufen in Höhe von 4,8 Mrd. Euro.

Insgesamt hielten im ersten Halbjahr 8,3 Millionen Anleger oder 12,8 Prozent der Bevölkerung hierzulande direkt oder indirekt Aktien. Das waren 136.000 mehr als im zweiten Halbjahr 2010. "Der leichte Anstieg ist erfreulich, bedeutet aber noch keine Entwarnung oder Kehrtwende bei der Aktienakzeptanz", sagte DAI-Vorstand Rüdiger von Rosen. Gegenüber dem Höchststand 2001 ist dies dennoch ein Rückgang um 4,5 Millionen. In den Zahlen nicht enthalten sind bis zu 2,9 Millionen Riester-Sparer auf Wertpapierbasis.

In ihrem Anlageverhalten hinken die privaten Haushalte der Marktentwicklung oft hinterher. "Sie folgen der Kursentwicklung mit geraumer Verzögerung. Damit verkaufen sie tendenziell zu billig und kaufen zu teuer", stellt das DAI fest. Zwischen 2005 und 2010 verkauften die Anleger Aktien für 52 Mrd. Euro in fallende Kurse hinein, aber nur 19,6 Mrd. Euro bei steigenden Kursen. "Die deutschen Privatanleger haben seit Jahren per saldo nicht mehr in Aktien investiert, obwohl mehrfach ein günstiges Kursniveau existierte", sagte von Rosen.

Es gibt aber auch Gegenbeispiele, in denen die Anleger zu ihrem Vorteil agierten und auf hohem Kursniveau verkauften. So habe die sich abzeichnende Subprime-Krise in den USA im vierten Quartal 2007 noch rechtzeitig vor den ersten schweren Einbrüchen zu starken Verkäufen geführt.


 

© 2011 ftd.de, © Illustration: Bloomberg

Empfehlen

Facebook Twitter XING

Diesen Artikel bookmarken bei...

BlinkList del.icio.us Folkd Furl Google Linkarena Mister Wong oneview Webnews weblinkr Yahoo MyWeb YiGG


DAX 6.435,60

+104,56 Punkte/+1,65%
Chart
DAX Tops
  Kurse Diff%
36,87 +4,73%
38,36 +3,15%
6,52 +3,03%
63,43 +2,69%
DAX Flops
  Kurse Diff%
23,83 -0,73%
75,59 -0,20%
40,96 -0,05%
34,48 -0,04%
Kaufen Sie nach dem verpatzten Börsenstart nun Facebook-Aktien?
 
Ihre Stimmabgabe für das Leserinvestment der Ausgabe 23/2012

Grosse Lesserumfrage Zertifikateemittent 2012
Boerse Online DATA INTERAKTIVE
Finden Sie uns auf Facebook
Mehr Videos »