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Umfrage Treulose Berater

[11:46, 20.07.09]


Die Finanzkrise verunsichert viele Anleger. Sie hoffen auf Tipps, wie sie ihr Vermögen sicher durch die Krise bringen. Doch Bankberater enttäuschen vielfach die Hoffnungen. Wie sind Ihre Erfahrungen?


Sie ist 55 Jahre alt, Sekretärin und hat gerade rund 100.000 Euro geerbt. Das Geld möchte die Dame sicher anlegen. Mit diesem Profil haben die Verbraucherzentralen vor kurzem eine Testkundin in Beratungsgespräche zu verschiedenen Banken geschickt. Das Ergebnis fiel katastrophal aus: 24 der 25 getesteten Berater gingen bereits zu Anfang des Gesprächs falsch an die Beratung heran.

Dabei wäre gute Beratung gerade jetzt immens wichtig: Die Turbulenzen der Finanzkrise haben die Vermögen vieler Deutschen zusammenschmelzen lassen. Allein von der Pleite der  Lehman Bank sind in Deutschland rund 40.000 Anleger betroffen, die ihr Geld in von der Bank emittierte Zertifikate gesteckt hatten. Stimmt der Vorwurf, dass Banken vorwiegend den Verkauf eigener Produkte im Blick zu haben und nicht das Interesse der Kunden? Laut einer Studie im Auftrag der Bundesregierung verlieren Anleger jährlich rund 20 bis 30 Milliarden Euro durch schlechte Beratung ihrer Banken.

Risiken verschwiegen

"Ich bekomme täglich einiges an Falschberatung auf den Tisch", sagt Arno Gottschalk von der Verbraucherzentrale Bremen. "Trotzdem ist es bestürzend, dass von 25 Beratern tatsächlich 24 schon im Ansatz scheitern." Den Haken, den nur ein Berater bei der Testkundin erkannte: Sie hatte noch einen Kredit für eine Wohnung zu tilgen. Und statt ihr zu empfehlen, das Darlehen zuerst abzubezahlen, versuchten die Berater der Sekretärin munter die verschiedensten Anlageprodukte aufzuschwatzen.

Und dabei empfahlen die Berater keineswegs nur die gewünschten vollkommen sicheren Produkte. Manche priesen offene Immobilienfonds an. Dabei verschwiegen sie jedoch die Risiken, die auch auf dem Immobilienmarkt lauern. Auch Garantie-Zertifikate brachten die Bankberater gerne ins Spiel. Das Wörtchen Garantie suggeriert jedoch eine Sicherheit, die bei diesen Produkten so gar nicht gegeben ist: Es sind Schuldverschreibungen einer Bank - wie  Lehman.

Studie zur Kundenzufriedenheit gestartet

Doch wie zufrieden sind die Kunden selbst mit der Qualität der Beratung? Darüber gibt es bislang keine größeren unabhängigen wissenschaftlichen Studien. Besonders im Private Banking, der Beratung von vermögenden Privatkunden, gibt es kaum Erkenntnisse. "Die Banken erstellen zwar eigene Studien über die Zufriedenheit ihrer Kunden", sagt Marc Ahlers, Geschäftsführer der Managementberatung MC4MS, "doch die gelangen selten an die Öffentlichkeit und die Ergebnisse sind mit denen anderer Banken kaum vergleichbar."

Daher startet das renommierte Center of Private Banking an der WHU Otto Beisheim School of Management in Vallendar und die Managementberatung MC4MS in Kooperation mit Capital und Börse Online eine Befragung unter Bankkunden. Die Studie soll die Zufriedenheit der Kunden mit ihrem Geldhaus untersuchen. "Der Anspruch der Studie ist Unabhängigkeit", sagt Ahlers. Die Forscher erhoffen sich von der Untersuchung Erkenntnisse darüber, was den Kunden bei der Beratung wichtig ist, was gut läuft und wo die Banken noch Nachholbedarf haben.

Der Fragebogen zu der Studie findet sich unter  Private-Banking-Studie.


 

© 2009 capital.de

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