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quirin bank Neues Preismodell für mehr Kunden

[14:26, 23.07.09]


Die Berliner quirin bank, die auf unabhängige Honorarberatung setzt, startet ein neues Preismodell: Kunden können ab sofort auch eine All-in-Gebühr in Höhe von 1,65 Prozent des angelegten Vermögens wählen, wie boerse-online.de vorab erfahren hat.


Mit der Gebühr sind alle Kosten für die Vermögensverwaltung und Transaktionen abgedeckt. „De facto zahlen die Kunden aber deutlich weniger, da sie bei der quirin bank, anders als bei vielen Instituten am Markt, sämtliche Bestandsprovisionen und Kick-backs, die die Bank erhält, zurückerstattet bekommen“, erzählt Christian Kreuser, Leiter Private Banking der quirin bank. Je nach Anlageprodukt könnten diese Kick-back-Rückerstattungen bis zu rund 0,8 Prozentpunkte ausmachen. Außerdem würden die Kundengelder von vornherein vor allem in kostengünstige Produkte wie ETFs investiert.

Der Start des neuen Preismodells hat vor allem zwei Gründe: Zum einen möchte die quirin Bank auch für Kunden mit kleineren Vermögen attraktiver werden. Für sie waren die bislang angebotenen beiden Preismodelle mit Flat Fee preislich nicht so attraktiv. Zum anderen spielen die Regeln der Abgeltungssteuer eine Rolle. Denn eigentlich dürfen Anleger seit Jahresbeginn keine Werbungskosten im Zusammenhang mit ihren Geldanlagen mehr geltend machen. Dazu zählen auch die Gebühren für die Depotverwaltung oder Vermögensverwalter. Die Kosten für Wertpapierorders dagegen wirken sich nach wie vor steuermindernd aus. Laut einem Schreiben des Bundesfinanzministeriums gibt es aber eine Ausnahme bei All-in-Fees, die in der Vermögensverwaltung ein sehr beliebtes Preismodell sind: Man darf demnach pauschal maximal 50 Prozent von der All-in-Fee als Transaktionskostenanteil ansetzen und in den Verlustverrechnungstopf einstellen. Kunden zahlen auf diese Weise weniger Abgeltungssteuer.

Die quirin bank zählt unter den Banken zu den Pionieren in Sachen Honorarberatung. Auch das Bundesverbraucherschutzministerium ist mittlerweile ein Fürsprecher der unabhängigen Honorarberatung. Neben dem neuen Preismodel bietet die quirin bank ihre beiden bisherigen Modelle weiter an: In der Vermögensverwaltung zahlen Kunden monatlich eine Flat Fee von 75 Euro, die alle Transaktionskosten abdeckt; hinzukommen noch 20 Prozent des echten Nettoanlageerfolgs. Ein Vermögensverwalter entscheidet dann über die Depotzusammensetzung und etwaige Umschichtungen. „Die Bank verdient in der Vermögensverwaltung also nur dann Geld, wenn wir für unseren Kunden auch Gewinne erwirtschaften“, sagt Kreuser. Bei der Vermögensberatung entscheidet letztlich der Kunde nach Absprache mit dem Berater über sein Depot. Dafür wird die Flat Fee von monatlich 75 Euro fällig, die maximal 75 Trades abdeckt, darüber hinaus fallen pro Order weitere 25 Euro an. Hinzu kommen noch Kosten von 1,2 Prozent des Depotvolumens bei Aktien, Fonds und Zertifikaten sowie 0,6% bei Festverzinslichen. Nach eigenen Angaben hat sie derzeit rund 4300 Kunden. Sie werden in der Hauptstelle in Berlin und zwölf weiteren Geschäftsstellen in Deutschland betreut.


 

© 2009 boerse-online.de

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