Wirtschaftsverbände fordern seit Jahren, Wirtschaft zum Schulfach zu machen. Der Bankenverband geht noch weiter und präsentiert ein komplettes Konzept für den Wirtschaftsunterricht.
Die Forderungen sind aus Sonntagsreden hinlänglich bekannt. Das Finanz- und Wirtschaftswissen der Deutschen sei jämmerlich und deshalb müsse ein Schulfach Bildung her. So oder ähnlich fordern es die großen Wirtschaftsverbände seit Jahren. Der Bankenverband hat jetzt zum ersten Mal ein detailliertes Konzept für den Wirtschaftsunterricht an den Schulen vorgelegt – mit Themen, Lernzielen und Unterrichtsmethoden. Ausgearbeitet hat es Hans Kaminski, der Leiter des Instituts für ökonomische Bildung an der Universität Oldenburg.
Zwar gibt es in den Schulen vieler Bundesländer inzwischen Schulfächer wie Wirtschaft und Recht oder auch Wirtschaft und Soziales, beim Unterricht in diesen Fächern scheinen die Wirtschaftsthemen allerdings häufig ausgelassen zu werden. „Besonders das Gymnasium ist oft eine ökonomiefreie Zone“, beklagt sich Kaminski. Schuld daran sei ein nicht mehr zeitgemäßes humanistisches Bildungsideal, das die Anforderungen der modernen Welt ignoriere.
Mehr Zeit für Wirtschaft in der Schule bedeutet weniger Zeit für andere Themen. Man könne andere Fächer entschlacken, sagte Kaminski, dann bliebe mehr Zeit für eigene Schulstunden zum Thema Wirtschaft. Angesichts der zersplitterten Bildungslandschaft in Deutschland ist es aber fraglich, ob Wirtschaft tatsächlich in absehbarer Zeit als eigenständiges Fach in den Stundenplänen auftaucht. Schließlich pochen die Bundesländer vehement auf ihre Hoheit im Bildungsbereich.
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