Das Bundesfinanzministerium verhandelt mit der isländischen Regierung über Entschädigungen für 31.000 deutsche Anleger, die ein Tagesgeldkonto bei der inzwischen verstaatlichten isländischen Kaupthing Bank haben. Insgesamt sind im Moment Einlagen deutscher Sparer im Wert von 308 Mio. Euro eingefroren. Die betroffenen Sparer hatten der Regierung in den vergangenen Tagen Tatenlosigkeit vorgeworfen und wollen mit einer Petition an den Bundestag erreichen, dass Berlin in dem Fall aktiv wird.
Im Moment ist noch unklar, welche Lösung die Bundesregierung anstrebt. Das Bundesfinanzministerium will sich dazu nicht äußern. So könnte es sein, dass es zunächst nur darum geht, dass die Anleger aus dem isländischen Einlagensicherungsfonds bedient werden, sobald der Entschädigungsfall erklärt ist - das ist bisher noch nicht geschehen. Das würde bedeuten, dass Kaupthing-Kunden mit maximal 20.887 Euro entschädigt werden; das ist die Summe bis zu der der isländische Einlagensicherungsfonds maximal entschädigt. Fraglich ist allerdings, ob Sparguthaben entschädigt werden, die darüber hinaus gehen. Der Sprecher von Finanzminister Steinbrück, Torsten Albig, verwies darauf, dass die Kaupthing-Sparer mit ihrer Anlage ein erhöhtes Risiko eingegangen seien.
Bisher ist auch nicht klar, ob es überhaupt zum Entschädigungsfall kommen wird. Gestern hatten fünf isländische Pensionfonds angekündigt, die Mehrheit an der Kaupthing Bank übernehmen zu wollen.
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