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Lehman-Prozesse Wege zum Erfolg

[10:07, 23.04.09]

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Mitte Mai wird in Hamburg ein richtungsweisendes Urteil in einem Lehman-Prozess erwartet. Im Gegensatz zum ersten Lehman-Urteil aus Frankfurt, sind nun die Anleger im Vorteil. Wie Geschädigte argumentieren können.


Die „Lehman-Oma“, die aus ihrem Sparbuch in eine Zertifikateanlage gedrängt wurde, steht als Sinnbild für Anleger in der Krise, die sich über den Tisch gezogen fühlen. Rund 50.000 Anleger haben durch den Zusammenbruch der US-Investmentbank  Lehman Brothers schätzungsweise eine Milliarde Euro verloren. Die Zahl der Schadensersatzprozesse geht in die hunderte, wenn nicht tausende.

Am 12. Mai entscheidet das Landgericht Hamburg

Edda Castello, Finanzexpertin der Verbraucherzentrale Hamburg, richtet ihr Augenmerk auf den 12. Mai. Für diesen Tag wird vor dem Landgericht Hamburg ein Urteil erwartet, von dem sich Lehman-Geschädigte eine Signalwirkung für weitere Prozesse erhoffen. Im ersten Lehman-Urteil vom November 2008 hatten ein Rentnerehepaar den Kürzeren gezogen. Sie hatten 2006 bei der Frankfurter Sparkasse Zertifikate gekauft. Noch vor der Lehman-Pleite wandten die Rentner sich an ihren Anwalt und klagten auf Falschberatung. Die Papiere hatte sich schwächer entwickelt als von der Sparkasse vorhergesagt. Der Richter am Frankfurter Landgericht wies die Klage ab.

Der Hamburger Anwalt Ulrich Husack rechnet sich gute Chancen im Prozess gegen die Hamburger Sparkasse (Haspa) aus. Er will der Bank über die verschwiegenen Gebühren zu Leibe rücken. Die Haspa hatte ein großes Paket Lehman-Zertifikate gekauft und an ihre Kunden weitergegeben, die Marge allerdings verschwiegen. Laut Husack hätte sie diese analog zu Berater-Provisionen, so genannten Kick-Backs, offenlegen müssen. Entsprechende Urteile des Bundesgerichtshofs bestärken ihn in dieser Ansicht. Die von der Bank versäumte Aufklärung über die Einlagensicherung ist der zweite Punkt, der den Anwalt hoffen lässt. Während klassische Bankprodukte, wie Sparbücher, Tages- und Festgelder im Falle einer Pleite auf verschiedene Weise abgesichert sind, gibt es für Zertifikate einen solchen Schutz nicht.


 

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