Die meisten europäischen Anbieter und Vermittler von Krediten im Internet informieren ihre Kunden unzureichend und führen sie teilweise sogar in die Irre. Bei einer durch die EU-Kommission initiierten Überprüfung von 562 Websites in 29 Ländern hielten nur 30 Prozent der Anbieter die EU-Vorschriften ein. Von den 26 getesteten Anbietern in Deutschland erfüllte nicht einmal jeder vierte seine Informationspflichten. 20 Prozent der Anbieter stellten die tatsächlichen Kreditkosten sogar irreführend dar, sagte EU-Verbraucherkommissar John Dalli gestern. So würden etwa Prämien für obligatorische Kreditausfallversicherungen oft verschwiegen. Um welche Portale es sich dabei handelt, gab Dalli nicht bekannt.
Das Ergebnis zeigt, dass viele Anbieter die EU-Verbraucherkreditrichtlinie noch immer ignorieren – obwohl das Gesetz schon seit Juni 2010 in Kraft ist. Es legt Darlehensgebern wie Banken oder Autohändlern unter anderem auf, schon in der Werbung den effektiven Jahreszins anzugeben, damit die Kunden Offerten besser vergleichen können. Stattdessen werben viele Anbieter aber mit Nominalzinsen oder dem kleinsten erhältlichen Zinssatz. 62 Prozent der untersuchten Websites wiesen gar nicht oder unzureichend auf Zusatzkosten wie Abschlussgebühren oder Provisionen hin.
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