Die Konkurrenz von Cortal Consors,
DAB Bank oder Maxblue war schneller, doch nun ermöglicht auch Deutschlands größte Direktbank Wertpapierhandel über Handyprogramme.

ING Diba
In der App-Version 3.1 für das Apple iPhone sind der Kauf und Verkauf von Wertpapieren, die Depotübersicht, der Zugriff auf den Ordermanager, Wertpapierinformationen, Realtime-Kurse und Börsennachrichten inklusive. Bislang hatte die ING-Diba nur Banking (Kontostandsabrufen, Überweisungen & Co) über ihre App ermöglicht. Das Angebot ist kostenlos, wie bei den meisten Konkurrenten auch. Wer kein iPhone, sondern ein Handy auf Android-Basis hat, kommt nun ebenfalls auf seine kosten: Im Android Market können Kunden der Bank nun ebenfalls eine Banking- und Brokerage-App der ING-Diba herunterladen.
Die ING-DiBa schließt damit zu ihren Konkurrentinnen Cortal Consors,
DAB Bank und Maxblue auf, die bereits seit einiger Zeit Banking und Brokerage über iphone-Apps ermöglichen. Consors-Kunden, die die App zum Wertpapierhandel nutzen, profitieren noch bis Ende Februar 2012 von einer Flat Fee von 4,95 Euro plus anfallende Börsengebühren und Fremde Spesen bei Ordergrößen bis 10 000 Euro. Einige Geschäfte, wie etwa der Fondskauf bei der
Fondsgesellschaft, sind aber davon ausgenommen.
Comdirect-Kunden müssen noch auf App-Brokerage warten
Noch gedulden müssen sich dagegen Kunden der Comdirect Bank. App-Banking ist
zwar schon geraume Zeit möglich, aber das app-basiertes Brokerage soll nach
Auskunft der Bank erst im 2. Quartal 2012 warten.
Wie der Schritt der ING-Diba zeigt, setzten die Banken vermehrt nicht mehr
nur aufs iPhone. Angesichts des Markterfolgs von Apple-Konkurrenten wie etwa
Samsung oder HTC haben sie inzwischen längst auch die Entwicklung von Apps
für andere Smartphone-Betriebssysteme, vor allem auf Basis von Android, im
Blick.
Aufgepasst bei den Sicherungsverfahren
Anleger, die Wert auf sicheres App-Banking und Brokerage legen, sollten darauf achten, welche Sicherungsverfahren ihre Bank anbietet. Cortal Consors etwa lässt die Autorisierung von Aufträgen nur über das derzeit als besonders sicher geltende E-Tan-Plus-Verfahren über einen TAN-Generator im EC-Kartenformat zu. Bei anderen Instituten wie etwa bei der ING-Diba lebt das iTAN-Verfahren mit papierener TAN-Liste weiter, das im Online-Banking
derweil allerorten von moderneren Verfahren wie Mobile-TAN übers Handy abgelöst wird.
Beim App-Banking ist jedoch M-TAN keinesfalls empfehlenswert: Denn wenn die TAN auf demselben Handy ankommt, auf dem die App läuft, ist die Kanaltrennung nicht mehr gegeben, Abzocker haben es auf diese Weise viel leichter, Aufträge umzuleiten. Und wenn ein Handy verloren geht, kann sich der Finder ebenfalls leichter auch des Bankkontos des ursprünglichen
Besitzeres bedienen. Die iTAN ist daher beim App-Banking auf jeden Fall besser als die M-TAN, es sei denn, man empfängt die M-TAN auf einem weiteren Mobilgerät.
Die meisten Banken sehen daher fürs App-Banking ohnehin nicht die Möglichkeit vor, die M-TAN zu nutzen eine der wenigen Ausnahmen ist die
DAB Bank. Wer allerdings seine iTAN-Liste mit dem Smartphone abfotografiert, weil er keine Lust hat, die TAN-Liste mit sich
herumzutragen, ermöglicht potenziellen Gaunern ebenfalls wieder ein leichtes Spiel.
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