Umsonst kaufen, gegen Gebühr verkaufen. Die OnVista Bank führt für aktive Kunden ein neues Preismodell ein. Wer sich auskennt, kann bei den Transaktionen Geld sparen.
Für Vieltrader gibt es bei der OnVista Bank Vergünstigungen. Ab sofort bietet
sie eine neue Variante ihres bereits bestehenden
FreeBuy-Depots an. Das neue Depot-Angebot des Online-Brokers heißt „FreeBuy
Trade“ und funktioniert folgendermaßen: Je nach Anzahl der ausgeführten Orders
im Vormonat erhält der Kunde zwischen fünf und maximal 150 Freikäufe für den
Folgemonat gut geschrieben. Wohlgemerkt nur Käufe – bei Verkaufsaufträgen
greift das normale Gebührenmodell des Brokers.
Rabatt ab zehn Trades im Vormonat
Ab zehn Trades im Vormonat erhält man fünf kostenlose Käufe im
Folgemonat gut geschrieben. Außerdem wird im Folgemonat jede
kostenpflichtige Wertpapierorder an einem deutschen Handelsplatz sowie im
außerbörslichen Direkthandel um zwei Euro günstiger. Für 50 Freikäufe muss
man im Vormonat 90 Mal gehandelt haben, für die maximal möglichen 150
Freikäufe sogar satte 250 Mal.
Schon bisher gab es bei der OnVista Bank Freikäufe. Deren Anzahl richtete
sich bislang aber ausschließlich nach der Höhe des Guthabens auf dem
unverzinsten Verrechnungskonto. Ab einem Durchschnittsguthaben von 2.000
Euro konnten Kunden zwei Mal kostenfrei Papiere kaufen. Diese Depotvariante
bleibt weiter bestehen und heißt zur besseren Unterscheidbarkeit künftig
„FreeBuy Cash“.
Kein Rabatt bei Verkäufen

Beim FreeBuy Trade-Depot zahlen die Kunden für Käufe entweder gar nichts
oder sie zahlen den volumenabhängigen Preis, der auch für alle Verkäufe
gilt. Orders kosten einheitlich 5,99 Euro plus 0,23 Prozent des Ordervolumens,
maximal 39 Euro. Für den Fall, dass man im Vormonat zehn Mal mindestens
Wertpapiere getradet hat, reduziert sich der Grundpreis auf 3,99 Euro. „In
der Gesamtbetrachtung kosten der Kauf und Verkauf einer 1.000 Euro-Order mit
FreeBuy Trade bei Einsatz eines FreeBuys somit nur 6,29 Euro. Das entspricht
rund 3,15 Euro je Trade", rechnet Michael Bußhaus, Bereichsleiter Front
Office der OnVista Bank, vor. Er sieht die Onvista Bank damit als günstiger
als die Konkurrenz an. Eine 5000-Euro-Order kostet bei der OnVista Bank
folglich entweder nichts, 17,49 Euro oder die rabattierten 15,49 Euro.
Nebenkosten wie etwa Börsen- oder Abwicklungsgebühren kommen zu den
herkömmlichen Orderkosten allerdings noch hinzu, sie gibt die OnVista Bank
eins zu eins an ihre Kunden weiter. Orders für Fondssparpläne oder für
US-Börsen fallen im übrigen nicht unter die FreeBuy-Modelle.
Die Kunden dürfen ihre Depotvariante frei wählen, monatlich ist ein Wechsel
möglich, eine Kombination der Modelle allerdings nicht. Als Faustformel gilt
bei der OnVista Bank: Wer viele Transaktionen bei eher kleinen Ordergrößen
tätigt, fährt mit FreeBuy Trade besser. Bei weniger Aktivität, dafür aber
größeren Aufträgen ist eher FreeBuy Cash interessant. Wer in den Genuß von
Freikäufen kommen möchte, muss allerdings rein rechnerisch mindestens einen
Monat lang auf die Vergünstigungen warten und in dieser Zeit die
Voraussetzungen erfüllen.

Bei großen Wettbewerbern, die ebenfalls Sonderkonditionen für Vieltrader
einräumen, sind die Warte-Zeiträume indes meist deutlich länger. Bei
comdirect zum Beispiel erhalten Vieltrader 15 Prozent Rabatt auf die
Ordergebühr. Dafür müssen sie im Vorhalbjahr allerdings 125 mal Wertpapiere
gehandelt haben. Das jeweils relevante Vorhalbjahr ist jeweils fix der
Zeitraum vom 1. April bis zum 30. September und dann wieder der 1. Oktober
bis zum 31. März. Wer erst Mitte Oktober Kunde wird, wartet daher fast ein
ganzes Jahr darauf, in den Genuß des Vieltraderrabatts zu kommen. Bei der
DAB Bank gibt es nach 100 Transaktionen im Kalenderhalbjahr grundsätzlich
einen Rabatt von 30 Prozent auf das Grundentgelt. Dies gilt aber nicht für
bestimmte Sonderaktionen. Beim Sparkassenbroker gibt es nach 100 Trades pro
Jahr einen Rabatt von mindestens zehn Prozent, wer 1000 Trades gemacht hat,
spart dann im Folgejahr 50 Prozent. Flexibler gehandhabt werden die Rabatte
dagegen bei Cortal Consors. Die Orderkosten werden zwar erst ab 500 Trades
pro Jahr günstiger, wer aber schon nach ein paar Wochen oder Monaten
glaubhaft machen kann, auf derart viele Trades zu kommen, kann bei Cortal
Consors schon mal nach Vergünstigungen fragen.
Fazit: Bei der OnVista Bank kommen aktive Kunden relativ rasch in den Genuss
von Vergünstigungen. Allerdings muss man die Haken und Ösen des Preismodells
kennen, denn Verkäufe kosten immer die Preisstaffel, und für bestimmte
Aufträge wie etwa an US-Börsen gelten keine Free Buys.
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